FeedLämmerfelle
Handwerk & GewerbeBrockhaus 1882

Lämmerfelle kommen mit der Wolle und ohne Wolle in den Handel. Letztere dienen zur Lederfabrikation, namentlich zu Glacé⸗ und Waschleder. Zu Pelzwerk werden die lockigen, gewellten oder krausen Felle genommen; am geschätztesten sind die schwarzen, dann die grauen und hiernach die weißen (diese werden vielfach gefärbt), rötlichen u. s. w. Die schönsten schwarzglänzenden L. liefert Persien, dann die russ. Provinz Astrachan, die Krim und die Ukraine. Die Kräuselung der L. wird von den Tataren dadurch gefördert, daß sie die neugeborenen Lämmer sogleich in grobe Leinwand nähen, diese täglich mehreremal mit warmem Wasser benetzen und mit der Hand nach einer gewissen Richtung streichen. Die feinsten aus Rußland kommenden L. heißen in Deutschland Persianer, in Rußland selbst Karakul, während unter letzterm Namen in Deutschland wieder nur die kleinen gewöhnlichen tatar. Lämmerfellchen, auch Treibel genannt, verstanden werden. Schmaschen sind ordinäre russ. L., doch nennt man so auch die Felle ganz junger Lämmer jedweder Herkunft, und zwar sowohl die wolligen als die geschorenen, sodaß es also deutsche, franz., ital. u. s. w. Schmaschen gibt. Heideschmaschen sind die Felle von den Lämmern der Heidschnucken.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 767Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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