FeedLamont (Joh. von)
HimmelskundeBrockhaus 1882

Lamont (Joh. von), Astronom, geb. 13. Sept. 1803 zu Braemar in Nordschottland, wurde 1882 Assistent und 1833 Konservator der Sternwarte Bogenhausen bei München, die er bis zu seinem 6. Aug. 1879 erfolgten Tode leitete. Er war auch Mitglied der münchener Akademie und wurde 1852 Professor an der dortigen Universität. L. veröffentlichte namentlich zählreiche Beobachtungen über den terrestrischen Magnetismus in den «Annalen der königl. Sternwarte bei München ». Seit 1840 widmete er sich hauptsächlich den Meridianbeobachtungen schwacher Sterne, von denen im Laufe der Jahre 34000 ihrer Lage nach bestimmt wurden, welche in den Katalogen der Annaleno veröffentlicht sind. Er schrieb auch ein populäres Werk «Astronomie und Erdmagnetismusv (Stuttg. 1851) und war der erste in Europa, der die elektromagnetische Registrierung von Zeitbeobachtungen Lamoricière (Christophe Léon Louis Juchault de), franz. General, geb. zu Nantes 5. Febr. 1806, nahm 1830 an der Expedition gegen Algier teil und wurde Kapitän bei den neuerrichteten Zuaven. Am 13. Okt. 1837 führte er die Zuaven beim Sturm auf Konstantine, wobei er verwundet wurde. Im J. 1839 zum Obersten ernannt, stieg er nach dem Treffen von Mouzaia 1840 zum Brigadegeneral und Gouverneur der Provinz Oran. L. kämpfte ruhmvoll in allen folgenden daen Mare so 1842 bei Mascara, 1844 bei Isly (gegen Marokko) und 1847 gegen Abd-el-Kader, mit dessen Gefangennehmung (23. Dez.) der Krieg beendigt war. Für diese That wurde L., der bereits 1845 Generallieutenant und interimistischer Generalgouverneur von Algerien geworden, zum Großoffizier der Ehrenlegion ernannt. Schon 1846 war er zum Abgeordneten gewählt worden. Bei der Februarrevolution von 1848 proklamierte er, seit 24. Febr. Militärgouverneur von Paris, die Thronentsagung König Ludwig Philipps und die Regentschaft der Herzogin von Orléans, um dem Kampfe Einhalt zu thun. Solange die Provisorische Regierung bestand, nahm er keine Stelle an, bei dem Juniaufstande stellte er sich aber Cavaignac zur Verfügung und half die Insurrektion niederschlagen. Vom 28. Juni bis zum 28. Dez. war er dann Kriegsminister. Bei Cavaignacs Rücktritt legte auch er seine Stelle nieder, ging aber 13. Juli 1849 als außerordentlicher Gesandter nach Petersburg. Nach seiner Rücklehr im November zum Vizepräsidenten der Gesetzgebenden Kammer gewählt, bekämpfte er die Tendenzen Ludwig Napoleons und wurde beim Staatsstreiche in der Nacht vom 2. Dez. 1851 verhaftet, zuerst nach der Festung Ham und dann über die Grenze gebracht. Er verweigerte durch einen berühmt gewordenen Brief den Eid auf die neue franz. Verfassung und lebte abwechselnd in Deutschland, England und Belgien bis 1857, wo er die Erlaubnis zur Rückkehr nach Frankreich erhielt. Hier lebte er zurückgezogen, bis er sich 9. April 1860 bestimmen ließ, den Oberbefehl über die päpstl. Armee zu übernehmen. Die Beschaffenheit jenes Heers machte jedoch einen Erfolg unmöglich. Bei Castelfidardo 18. Sept. besiegt, zog er sich, nachdem er 29. Sept. die Festung Ancona hatte übergeben müssen, wieder nach Frankreich in das Privatleben zurück und starb 11. Sept. 1865 auf seinem Schlosse Prouzel bei Amiens. L. wurde in Nantes beerdigt und ihm in der dortigen Kathedrale 29. Okt. 1879 ein prachtvolles Grabmal errichtet. Vgl. Pougesis, „Le général de L.o (Par. 1866); Keller, Le général de L.v (2 Bde., Par. 1873).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 767Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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