Laos werden die eingeborenen Stämme des hinterind. Hochlandes genannt, welche, westlich und südlich von der chines. Provinz Jün-nan, Teile von Assam, Birma, Siam und Tongking bewohnen. Sie gehören zur Thai-Familie, die Gen durch die Ahom bis Assam erstreckt. Die westlichen L. tättowieren sich und werden deshalb Lao pung dam (schwarzbäuchige L.) genannt. Sie bilden dir Fürstentümer Labong (gegründet 574 n. Chr.), Lamphum, Lagong, Myang Preh, Myang Nan, Xiengrai und Xiengmay oder Zimmay. Letzteres war früher ein unabhängiges Königreich, das mehrfach Kriege mit Pegu führte. Von den Fürstentümern der östlichen oder weißen L. (Lao pung khao) wurde Vien-schan (1828) fast ganz, Myang Phuen größtenteils von den Siamesen zerstört. Myang Lom zahlt diesen Tribut, und das früher von drei Königen beherrschte Myang Luang Prabang ist U½ Siam unterthänig. Als ein vom Meere abgeschnittenes Binnenland ist L. den Europäern lange unbekannt geblieben. Zimmay (Schieng Me) wurde zuerst besucht durch den londoner Kaufmann Ralph Fitch, der (1586) von Pegu aus dorthin kam. Erst nachdem der westl. und südl. Teil von Birma von den Engländern annektiert, der Jrawadi zu einer belebten Schiffahrtsstraße gemacht und Bamo (s. d.) ein wichtiger Handelsplatz geworden war, auch von den Engländern wiederholte Versuche stattgefunden hatten, um sich einen direkten Handelsweg nach ZJün-nan über Land zu bahnen, ist L. näher bekannt geworden. Die Chinesen bringen Kupfer, Eisengefäße, Thee, Salz, Zinnober, Droguerien, Bijouterien, Manufakturen, Früchte u. s. w., um dafür Baumwolle, Elfenbein, Hörner, Serpentinstein fossilen Bernstein, Lackfachen und mitunter auch Rubinen oder Gold einzuhandeln. Die weißen L. treiben außerdem noch einen Handel mit Tongking und ziehen Seidenwürmer. Sie besitzen verschiedene Alphabete, die aus der kambodischen Form des Pali abgeleitet sind. Mit der Einwanderung der Laosfürsten beginnt die an die Gründung Ayuthias geknüpfte Geschichte der jetzigen Siamesen, die sich damals von Kambodscha befreiten und deshalb Thai (die Freien) nannten. Ein in der alten Geschichte Birmas und Assams auftretendes Königreich der Shan-ghyi oder großen Schan bestand 80 —1576 n. Chr. in Mogoung, bis es der wachsenden Macht des Hofs von Ava erlag. Vgl. Bastian, «Die Völker des östl. Asien » (Bd. 1, Lpz. 1866).