Lappa Juss., Klette, Pflanzengattung aus der Familie der Kompositen. Man kennt nur wenige Arten, sämtlich in der gemäßigten Zone Europas und Asiens. Es sind aufrechte, reich verzweigte, krautartige Pflanzen mit breiten ungeteilten, meist eiförmigen Blättern. Die Blüten sind zu kugeligen Köpfchen vereinigt, sämtlich zwitterig und röhrenförmig. Die Hüllblätter der Köpfchen laufen in einen langen starren, an der Spitze hakigen Stachel aus, mittels dessen sie sich leicht an andere Gegenstände anhaken können. Es wird auf diese Weise eine leichte Verbreitung der Samen ermöglicht. Die bekanntesten Arten sind L. major Gartn., L. minor DC. und L. tomentosa Luch.; sie wachsen in ganz Europa wild und finden sich am häufigsten an Wegrändern, auf wüsten Plätzen, an Zäunen u. s. w., überall da, wohin die Früchte durch Menschen oder Tiere leicht verschleppt werden können. Die genannten drei Arten, die wohl richtiger als Varietäten einer einzigen Art zu betrachten sind, unterscheiden sich hauptsächlich durch die Behaarung. Bei L. tomentosa sind die Hüllblätter der Blütenköpfchen, sowie die Blätter mit einem dichten spinngewebeartigen Filz überzogen; bei L. major ist eine solche Behaarung nicht vorhanden; bei I. minor ist sie weniger dicht als bei der erstern. Die Wurzeln aller drei Arten waren früher unter dem Namen Radix Bardanae offizinell und werden noch jetzt als blutreinigende Mittel angewendet. Im Volke wird die Klettenwurzel vielfach als ein Haarwuchs beförderndes Mittel angesehen und ein wässeriges oder alkoholisches Extrakt zu diesem Zwecke hergestellt. Das sog. Klettenwurzelöl ist dagegen ein gewöhnliches Haaröl nach beliebiger Vorschrift, zu welchem keine Klettenwurzel verwendet wird. In einigen Gegenden werden die Wurzeln und jungen Sprossen als Gemüse gegessen.