Lappen oder, wie sie sich selbst nennen, Same, Sabme, Samelats lein Name, der mit dem Namen der Finnen Suomalainen, Suomalaiset zusammenhängt), ein sprachlich zur finnisch-ugrischen Völkerfamilie gehörender Stamm, welcher die nördl. Teile von Finland, Schweden und Norwegen (das sog. Lappland) bewohnt. Körperlich sind die L. von den Ugro-Finnen geschieden und bilden einen eigenen Rassentypus. Sie sind kleine Leute von 1j3—1,6 m Höhe, von schmutziggelber Hautfarbe, mit straffem schwarzen Haar, rundem Schädel, ein wenig schiefstehenden Augen, kleiner platter Nase und kleinem spitzen Kinn. Das Knochengerüst ist fein und zart. Ihrer Beschäftigung nach zerfallen die L. in Berglappen (Fjell-Lappar), Waldlappen (Skogs-Lappar) und Fischerlappen (Fisk-Lappar), je nachdem sie als Renntiernomaden herumziehen, von der Jagd oder vom Fischfang leben. Während die Wald⸗ und Fischerlappen in Kleidung und Wohnung sich vielfach den schwed. und russ. Bauern nähern, haben die nomadisierenden Berglappen hierin noch manches Eigentümliche. Sie verfertigen sich in der Regel die Kleidungsstücke und Gerätschaften selbst; sie gerben die Haut des Renntiers und nähen sie mit den Sehnen desselben zusammen, sie schnitzen aus Holz die Schneeschuhe und verschiedene Bestandteile des Schlittens, welchen sie durch Verbindung mit Riemen aus jenen herstellen. Die Tracht ist bei beiden Geschlechtern ziemlich gleich; sie besteht in einer spitzigen Mütze, Hosen und Stiefeln und einem langen Pelzrocke. Sie wohnen unter runden, nach oben spitz zulaufenden Zelten, mit einer offnung auf der Spitze zum Abziehen des Rauches. Im Sommer wird das aus Stangen bestehende Gerüst einfach mit Renntierhäuten bedeckt, während man im Winter von unten her Reisig und Rasen darauflegt. Die Nahrung des nomadisierenden Lappen ist vorzüglich dem Renntier entnommen, das seinen Reichtum und vielfach die einzige Bedingung seiner Existenz bildet. Die Geschicklichkeit des Lappen beim Einfangen des Renntiers mit dem langen Fangriemen, dessen Schlinge das Renntier an der Wurzel des Geweihes faßt, ist bewunderungswürdig. Die Anzahl der L. mag etwa 24 700 betragen, nämlich 14 645 in Norwegen, 6800 in Schweden, 2400 in Rußland und 961 in Finland. Ehemals waren die L. Fetischanbeter, jetzt bekennen sie sich zur christl. Kirche; doch haben sie ihre alten religiösen Ansichten den ihnen aufgedrungenen christl. Glaubenslehren beigemischt. Die Sprache der L. ist mehrfach grammatisch, wie von Rask (1832), Stockfleth (1840) und Friis (1856), bearbeitet worden. Litteratur s. unter Lappland.