Lasaulx (Ernst von), Altertumsforscher, geb. 16. März 1805 zu Koblenz, widmete sich 182430 zu Bonn und München philol. und philos. Studien, lebte dann längere Zeit in Wien, Rom, Athen, Konstantinopel und Jerusalem, wurde 1835 Professor der Philologie zu Würzburg, und 1844 Professor der Philologie und Ästhetik in München. Im Febr. 1847 wurde L. mit mehrern Kollegen vom Ministerium Maurer-Zu Rhein seines Amts enthoben. Im Mai 1848 zu Abensberg in die Deutsche Nationalversammlung gewählt, stimmte er hier in kirchlichen Fragen mit der spezifisch-kath., in politischen mit der großdeutschen Partei. Im März 1849 erhielt er seine Professur zurück und wurde in die bayr. Abgeordnetenkammer gewählt, in welcher er seitdem durch die Energie, mit der er die Interessen des Katholizismus vertrat, eine hervorragende Rolle führte. Er starb 10. Mai 1861. Auf schriftstellerischem Gebiete war L. bestrebt, in der Litteratur und Kunst, in den religiösen Anschauungen, sogar in den bürgerlichen Einrichtungen der Alten gewisse christl. Ideen und Elemente nachzuweisen. Zu L.“' bedeutendsten Arbeiten gehören: «Der Untergang des Hellenismus und die Einziehung seiner Tempelgüter durch die christl. Kaisero (Münch. 1854), «Die Philosophie der schönen Künstey (Münch. 1860), Küber die theol. Grundlage aller philos. Systemer (Münch. 1856), „Neuer Versuch einer alten, auf die Wahrheit der Thatsachen gegründeten Philosophie der Geschichtes (Münch. 1856), «Des Sokrates Leben, Lehre und Todo (Münch. 1857), Die prophetische Kraft der menschlichen Seele in Dichtern und Denkern (Münch. 1858). Die letztern vier Werke wurden, als gegen die Kirchenlehre verstoßend, auf den röm. Index gesetzt; doch unterwarf sich L. dem Richterspruche der Kirche. Vgl. Holland, «Erinnerungen an Ernst von L.v (Münch. 1861 Johann Claudius von L., Vater des vorigen, Baumeister, geb. 27. März 1781 zu Koblenz, studierte seit 1798 zu Würzburg erst die Rechte und dann Medizin. Nachdem er 1812 die Stelle eines Landbaumeisters angenommen, benutzte er die folgenden Jahre zu einem gründlichen Studium seines neuen Fachs, sodaß ihm bereits 1816 von der preuß. Regierung die Stelle eines Landbauinspektors übertragen wurde. Er starb 14. Okt. 1848. L. baute zahlreiche öffentliche und Privatgebäude, sowie 12 kath. Kirchen. Auch die Burg Rheineck wurde von L. im Rundbogenstil ausgeführt. 1 0. 5. (Il), Beiname des ital. Dichters Grazzini (s. d.).