FeedCatualda
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Catualda, ein deutscher Abenteurer von gotonischer oder markomannischer Herkunft, Weicher, durch den Markomannenkönig Marbod vertrieben, im J. 18 oder 19 n. Chr. mit starker Macht in Böhmen eindrang und die Markomannen zum Abdm von Marbod fortriß, der nun (19 n. Chr.) zu en Römern fliehen mußte. Die Herrschaft über die Markomannen vermochte aber C. nicht zu behaupten; schon im J. 20 n. Chr. wurde er durch eine feindliche Partei mit Hilfe der Hermunduren gestürzt und zur Flucht nach Italien genötigt. Kaiser Tiberius wies ihm das Forum Julii in Gallia Narbonensis zum Wohnsitz an. ö Catullus (Quintus oder wohl richtiger Gajus Valerius), der bedeutendste Lyriker der Römer, 87 v. Chr. zu Verona geboren, stammte von angesehenen und wohlhabenden Eltern und kam jung nach Rom, wo sich sein glänzendes poetisches Talent entfaltete. C. zeigte sich einmal als Meister in der Nachahmung gekünstelter 4.8. Dichtungen der Alerandrinischen Zeit, wie z. B. in dem epischen Gedicht, das die Vermählung des Peleus und der Thetis zum Gegenstande hat, in welches aber leichzeitig zahlreiche andere Mythen eingeflochten sind. Seine Hauptbedeutung aber liegt in seinen empfindungsreichen und humtvollen lyrischen Gedichten. ährend viele seiner kleinern Gedichte die mehr bittern als freudigen Erlebnisse seines Liebesverhältnisses zu der unwürdigen, verbuhlten, von ihm (nach Sappho) Lesbia genannten Clodia widerspiegeln, andere durch den oder jenen Vorfall des täglichen Lebens veranlaßt sind, sind von C. auch tiefempfundene Gedichte edlern lungein Nrenn- wie das Hochzeitslied zur Vermählung eines Freundes, oder die der Klage um den verlorenen Bruder, und dann wieder beißende Spottverse, darunter auch solche gegen Cäsar, mit dem sich übrigens der Dichter später versöhnt hat. Er starb bereits um 54 v. Chr. Die frühern Gesamtausgaben seiner Gedichte enthalten meistens zugleich den Tibull und Properz. Unter den neuern Ausgaben sind zu nennen die von Sillig (Gött. 1823), Lachmann (Berl. 1829), Roßbach (Lpz. 1854 u. 1860), Haupt (Ausgabe der drei Elegiker, 3. Aufl., Lpz. 1868; 4. Ausg. von Vahlen, 1879), Schwabe (Gießen 1866), Ellis (Oxf. 1867; 2. Ausg. 1878; dazu A commentary on C.„, 1876), Müller (Lpz. 1870), Bährens (Bd. 1, Lpz. 1876). übersetzungen lieferten Ramler (Opz. 1793), Schwenck (Frankf. 1829), Theod. Heyse (Berl. 1855), Stromberg (Lpz. 1858), Pressel (Stuttg. 1860), Hertzberg u. Teuffel (Stuttg. 1862), Westphal (Bresl. 1867; 2. Aufl. 1870), Delagrise (Helmst. 1870). Vgl. Jungelaussen, Zur Chronologie der Gedichte des C.y (Itzehoe 1857); Ribbeck, C., eine litterarhistor. Skizzer (Kiel 1863) Couat, Etude sur C.„ (Par. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 4, S. 78Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 4

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Literatur & Sprache 6