Lasurstein oder Lapis lazüli ist ein aus Kieselsäure, Thonerde, Natron, etwas Kalk und ungefähr 6 Proz. Schwefelsäure bestehendes Mineral von schöner blauer, sog. lasurblauer Farbe, an den Kanten schwach durchscheinend, auf dem Bruche uneben, klein⸗ und Er hat zur Grund⸗ und Spaltungsform das Rhombendodekader, wird durch Säuren entfärbt und zersetzt, vor dem Lötrohr weiß zu dichtem Glase und zeigt sich in erwärmten Bruchstücken phosphoreszierend. Derselbe kommt derb und eingesprengt mit Kalkstein verwachsen und mit Eisenkies gemengt in Sibirien, China, Tibet, der Kleinen Bucharei, Chile u. s. w. vor. Die Griechen und Römer kannten 12 unter dem Namen Saphir und verglichen ihn wegen der eingesprengten glänzenden gelben Eisenkieskörnchen mit dem gestirnten Himmel; früher war er als Edelstein mehr geachtet als jetzt. Er ist leicht zu bearbeiten (bärte = 5,5) und nimmt eine schöne, obwohl selten ganz gleichmäßige Politur an; auch wird er durch den Gebrauch matt. Verwendet wird er zu Vasen, Dosen, Schalen, Leuchtern, Uhrgehäusen, Rockknöpfen, zu Steinmosaik, zu architektonischen, selbst Zimmer⸗ und Möbelverzierungen. Für die Malerei gibt er die prachtvolle Farbe, die unter dem Namen echtes Ultramarin bekannt ist, aber jetzt alle Bedeutung verloren hat, nachdem man künstliches Ultramarin ebenso schön und weit wohlfeiler darzustellen versteht.