FeedLaterieren (vom lat. latus, d. h. Seite)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Laterieren (vom lat. latus, d. h. Seite), bei Rechnungen die einzelnen Posten seitenweise fummieren, um die Summe (Latus) auf die folgende Seite als Transport überzutragen. Laterit (von later, Ziegelstein), eine eigentümlich schmutzigrote, stark eisenschüssige sandige Lehmmasse, welche in außereurop. tropischen Gegenden sich vielfach findet und einesteils durch eine an Ort und Stelle erfolgte Zersetzung von Gneisen, Graniten u. s. w. entstanden ist, andernteils durch eine Zusammenschwemmung von Schuttmassen gebildet wurde. Hin und wieder scheinen auch vulkanische Tuffe L. bilden zu können. Die auffallende Farbe hängt vermmutlich mit dem Gebundensein des L. an die Tropenländer zusammen, indem sie durch die häufigern und intensivern atmosphärischen Niederschläge, durch die raschere und energischere Verwesung einer reichern Flora bedingt sein dürfte. Laterna-magica oder Zauberlater ne heißt ein optischer Apparat (s. nachstehende Figur) von der Form eines Kastens KK, durch welchen kleine, mit transparenten Farben auf Glas gemalte Figuren in einem dunkeln Zimmer auf einer weißen Wand oder einem weißen Schirme vergrößert dargestellt werden. Die unbemalten Stellen des Glases sind oft mit einem schwarzen undurchsichtigen Firnis überzogen, wodurch die farbigen Figuren auf der Wand auf einem dunkeln Grunde erscheinen. Der Delenchtin H hinter der Lampe L, sowie auch die Beleuchtungslinse mm dienen dazu, die kleinen iguren auf dem Glase stark zu beleuchten. Hauptestandteil der L. ist das in einer verschiebbaren Hülse befindliche konvexe Linsensystem un und oo, das zusammen eine einzige stärkere Sammellinse darstellt, welche von einem kleinen Gegenstand, der vor ihrem Brennpunkt und letzterm nahe liegt, jenseit der Linse in größerer Entfernung ein umgekehrtes und vergrößertes Bild erzeugt. Werden dann jene Glasbilder vor dem Brennpunkt der Linsen umgekehrt in eine Kapsel ab eingeschoben, so muß das Bild derselben sich auf dem weißen Schirme aufrecht und vergrößert darstellen. Läßt man diese Bilder anstatt auf einen weißen Schirm auf eine Dampffäule, die sich aus einem Gefäße mit kochendem Wasser erhebt, fallen, so scheinen die Figuren sich zu bewegen. Der Erfinder der L. ist wahrscheinlich Athanasius Kircher (1671). In neuerer Zeit wendet man statt der gemalten groben Glasbilder Photographien auf Glas an. Stellt man zwei Zauberlaternen nebeneinander auf, daß sie beide (jede ein anderes Bild enthaltend) ihre Bilder auf derselben Stelle der Wand erscheinen lassen würden, so kann man durch geeignete alternierende Verdeckung der Linsen bald das eine, bald das andere Bild deutlich hervortreten lassen, während das andere nebelhaft verschwindet; es sind dies die sog. Nebelbilder (s. d.). Vgl. Böhm, Anleitung zu Darstellungen mittels der L.v (Hamb. 1876).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 834Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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