FeedLiclit.
NaturlehreBrockhaus 1882

Liclit., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung 54 Lichtenstein (Martin Heinrich Karl). pariertes lichtempfindliches Papier, welches zur Reproduktion von Plänen, Zeichnungen, Kupferstichen u. s. w. dient. Beim Gebrauch legt man das L. auf eine ebene Fläche und auf dasselbe die zu kopierende Zeichnung, zu welcher möglichst weißes, Aur die Kert Bauspapier (s. d.) verwendet wird. welche meist in einen Holzrahmen Efatt ist, dessen Rückenbrett durch Federn auf das L. gedrückt wird, damit sich sowohl dieses als die Zeichnung möglichst glatt an die Glasplatte legt. Setzt man hierauf das Ganze dem hellen Tageslicht aus, so dringen die Lichtstrahlen durch das Bauspapier der Zeichnung hindurch und zersetzen die zur Imprägnierung des L. benutzten Chemikalien; nur an denjenigen Stellen, welche von den die Zeichnung bildenden Linien verdeckt werden, findet diese Zersetzung nicht statt. Die Zeit der Exponierung schwankt je nach der Witterung und dem verwendeten L., beträgt aber meist nur einige Minuten. Nach dieser Zeit wird das L. abgewaschen, auch bei einigen Sorten erst mit einer Fixierflüssigkeit behandelt. Man erhält alsdann die Zeichnung entweder mit weißen Linien auf blauem Grunde, mit blauen Linien auf weißem Grunde, mit weißen Linien auf braunem oder, nach dem neuesten und vollkommensten Verfahren, mit schwarzen Linien auf weißem Grunde, wie das Original selbst. Die auf die beschriebene Weise zu kopierenden Zeichnungen dürfen nur mit guter schwarzer Tusche, der man vorteilhaft etwas Gummigutt beimengt, ausgeführt sein; kolorierte Zeichnungen sind durch L. nicht zu reproduzieren. Das L. selbst muß vor der Einwirkung des Lichts geschützt aufbewahrt werden. (graphie.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 56Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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