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NaturlehreBrockhaus 1882

Lava nennt man die bei vulkanischen Eruptionen in glutflüssigem Zustande der Erdtiefe entströmenden Massen, welche beim Erkalten zu festen, zum Teil blasigen oder schlackigen, meist aber dichten, auch wohl glasigen Gesteinen erstarren. Die Laven sind wahrscheinlich Ergießungen des noch jetzt heißflüssigen Erdinnern, wie die andern sog. Eruptivgesteine, die Basalte, Grünsteine, Granite u. s. w., dergleichen Ergießungen in frühern Perioden waren. Ihre Zusammensetzung ist im allgemeinen diesen Gesteinen ganz ähnlich; sie schließen sich in dieser Beziehung ihnen vollständig an. Man unterscheidet Trachytlaven, Basaltlaven und Andesitlaven. Sie sind in der That nichts als Trachyte, Basalte und Andesite, welche in neuester Zeit als Lavaströme geflossen sind. Der Ausdruck L. bezeichnet also keine besondere Gesteinsart, sondern nur die vulkanische Entstehungsweise verschiedener Gesteinsarten. In der Technik findet die L. mehrfache Verwendung. So werden harte und dichte Lavamassen zu Mühlsteinen, Bau- und Pflastersteinen verarbeitet; blasige und schaumige Laven liefern den Bimsstein; glasige Laven, welche schöne Zeichnungen aufweisen, dienen geschliffen als Material für Schmuckgegenstände, Knöpfe, Armbänder etc.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 859Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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