FeedLaubhütteufest
Sitten & ModeBrockhaus 1882

Laubhütteufest heißt das dritte der jüd. Wallfahrtsfeste, welches vom 15. bis 22. Tisri (Oktober) als Ernte⸗ und Herbstdankfest, und zum Andenken an das Wohnen der Israeliten in Hütten bei dem Zuge durch die Wüste, in Jerusalem gefeiert wurde. Man erbaute in Höfen, auf Straßen und Dächern Hütten von Olzweigen, Myrten und Palmen, hielt festliche Umzüge und Mahlzeiten und brachte täglich eine Anzahl Opfer dar. Einzelne Festgebräuche, wie das Tragen einer Citrone oder Orange in der linken und eines mit Weiden⸗ und Myrtenbüscheln umgebenen Palmzweigs in der rechten Hand, die Libation mit Wasser aus dem Teiche Siloah, die Illumination des Vorhofs der Weiber und der Fackeltanz der Männer am Ende des ersten Festtags, scheinen erst später aufgekommen zu sein. übrigens wird das Fest mit gewissen Modifikationen gegenwärtig nur noch von den orthodoxen Israeliten begangen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 843Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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