Laubhölzer nennt man in der Sprache des Volks und der Forstmänner diejenigen Holzarten, welche keine Nadeln und Zapfen, wie unsere gewöhnlichen Nadelhölzer (s. d.), sondern Laub, d. h. breite Blätter besitzen, und sehr verschiedenartig gestaltete Blüten und Früchte tragen. Wissenschaftlich kann man unter diesem Namen alle dikotylen Holzgewächse, gleichviel ob Bäume, Sträucher oder zwerghafte Halbsträucher, zusammenfassen, welche sich von den Nadelhölzern durch den anatom. Bau der Blätter, des Holzes und durch Blüten und Früchte unterscheiden. Die Form der Blätter ist nicht maßgebend, denn es gibt auch L. mit nadel- und schuppenförmigen Blättern (3. B. verschiedene Heiden, Tamarisken, Empetrum nigrum u. a.), sowie Coniferen mit breiten Blättern, z. B. die in Chile heimische Araucaria imbricata Pav., der japan. Gingkobaum (Gingko biloba L. oder Salisburia adiantifolia Sm.). Das Holz der L. besteht aus Gefäßen, verschieden gestalteten Holzzellen und Markstrahlzellen, das der Nadelhölzer nur aus einer Form von Holzzellen und Markstrahlzellen. Die Blüten der L. sind zwar häufig wie bei den Nadelhölzern eingeschlechtig . B. bei den Weiden, Pappeln, Birken, Erlen, Eichen, Buchen u. a.); doch sind stets die Staubgefäße mit wirklichen Staubbeuteln, die weiblichen Blüten mit einem echten Stempel begabt, dessen Fruchtknoten die Samenknospen einschließt und sich daher zu einem Samen enthaltenden Fruchtgehäuse zu entwickeln vermag. Die L. schlagen nach dem Abhieb des Stammes aus dem Stocke in der Regel aus, weil sie das Vermögen besitzen, schlafende Augen und sog. Adventivnospen (s. Knospe) zu entwickeln, was, wenigstens im allgemeinen, den Nadelhölzern abgeht. Bezüglich der Lebensdauer der Blätter zerfallen die L. in blattwechselnde oder sommergrüne, d. h. solche, deren Blätter im Frühling hervorsprießen und im Herbst abfallen, und in blattbehaltende oder immergrüne, d. h. solche, deren Blätter mehrere Jahre lang lebendig an den Zweigen bleiben. Solche Blätter sind im ausgebildeten Zustande stets von lederartiger Beschaffenheit, steif und meist glänzend. Die Form der immergrünen L., zu denen z. B. die Kork⸗ und Steineiche, Lorbeer, Orangerie u. s. w. gehören, ist besonders charakteristisch für die warme gemäßigte und subtropische Zone, während sie in der gemäßigten nur spärlich vorkommt (3. B. die Stechpalme). Die sommergrünen L. finden sich jedoch nicht nur in der gemäßigten und kalten Zone, sondern auch in der warmen in großer Zahl und Mannigfaltigkeit. Die hierzu gehörigen drei Tafeln: Laubhölzer: Waldbäume zeigen folgende Abbildungen: Taf.I. Bergahorn (Acer pseudoplatanus, Erläuterung der Figur unter Ahorno); Hornbaum oder Weißbuche (Carpinus Betulus, Erläuterung der Figur unter „Weißbuche v); Zitterpappel oder Aspe (Populus tremula, Erläuterung der Figur unter Papder Figur unter 4Birke »). — Taf. II. Bergulme oder Bergrüster (Ulmus montana, hierzu Fig. 1—6, die Fig. 7—10 gehören der Flatterulme [U. effusa] an, Erläuterung unter «Ulmer); Winterlinde (Tilia parvifolia, Erläuterung der Figur unter Lindev); Buche oder Rotbuche (Fagus sylvatica, Erläuterung der Figur unter Buchev); Stieleiche (Quercus pedunculata, hierzu Fig. 1, 410, die Fig. 2 u. 3 gehören der Traubeneiche Cu. sessilifloral an, Erläuterung der Figur unter «Eichev). — Taf. III. Schwarzerle (Alnus glutinosa, Erläuterung der Figur unter 4Erley); Esche (Fraxinus excelsior, Erläuterung der Figur unter «Eschev).