Litanei (vom grch. Nravein, das Bitten) bezeichnet in der kath. Kirche ein feierliches, besonders an Buß⸗ und Festtagen gebräuchliches Gebet, welches abwechselnd von dem Geistlichen oder einem Vorbeter und der Gemeinde gesprochen oder gesungen wurde. (S. Responsorien.) Seit dem 5. Jahrh. gebrauchte man die L. bei feierlichen Bittgängen oder Prozessionen als Bußgebet zur Abwendung allgemeiner übel, z. B. bösartiger Krankheiten, übers chwemmungen, Erdbeben u. s. w. Solche Prozessionen mit L. ordnete Mamertus, Bischof von Vienne, auf Veranlassung einer entstandenen Landplage für drei Tage vor Himmeljahrt an. Seine L. heißt in der kath. Kirche die leinere Litanei. Gregor d. Gr. stellte aus den vorhandenen L. eine neue, die größere Litanei (itania septitormis major), zusammen, bestimmte für sie den 25. April und ordnete überhaupt die Stationen für den wöchentlichen Gebrauch der L. an. Den Anfang der L. bildet immer der Ruf Kyrie eleison (Herr erbarme dicho). In der prot. Kirche wurde die von Luther überarbeitete L. für den Bußtagsgottesdienst beibehalten. — Bei den Herrnhutern heißt die Sonntags vormittags der Predigt vorangehende Betstunde L.