Lauckhard (Karl Friedr.), Pädagog, geb. 8. April 1813 zu Alzei, war Lehrer und Hilfsprediger in Darmstadt, seit 1855 Schul⸗ und Ministerialrat in Weimar, wo er 16. April 1876 starb. Unter seinen Schriften sind zu nennen: KMagazin des gesamten Unterrichtsstoffs für Volks⸗ und Bürgerschulen (Darmst. 1870), Katechismus der Erziehunge (2. Aufl., Lpz. 1874) u. s. w. aud (William), Erzbischof von Canterbury, durch seine hochkirchlich-reaktionären Bestrebungen bekannt, geb. 7. Okt. 1573 zu Reading in Berkshire, stand in 0 Gunst bei Karl I., der ihn 1628 zum Bischof von London erhob und sich seiner während der 11 Jahre, wo das Parlament nicht zusammentreten durfte, als Minister in Kirchensachen bediente. L. forderte streng die genaueste Beobachtung der Gebräuche beim Gottesdienst und führte allmählich neue ein, die dem kath. Ritus nahe kamen. Durch seine Erhebung zum Erzbischof von Canterbury 1633 wurde er vollends in Stand gesetzt, die Reaktion energisch zu betreiben. Er modifizierte die engl. Liturgie und versuchte sein Machwerk den Schotten aufzudringen. Diese Gewaltthat besonders führte zum Aufstande der Schotten und zur Entwickelung der brit. Revolution. Als das Parlament 1640 die Oberhand gewonnen, wurde L. mit den übrigen Ministern in Anklage versetzt und im Dezember in den Tower geworfen. Indes zögerte man mit der Beendigung des Prozesses mehrere Jahre. Erst als der Bürgerkrieg in vollem Gange war, wurde L. von den Gemeinen vermöge einer sog. Ordonnanz des Parlaments als Hochverräter zum Tode verurteilt und 10. Jan. 1645, ohne Rücksicht auf die vom Könige ausgesprochene Begnadigung, auf Towerhill enthauptet. Große Verdienste erwarb sich L. um die Bibliothek der Universität zu Oxford. Unter seinen Schriften (uletzt 6 Bde., Orf. 1847—49) ist das von Wharton herausgegebene Tagebuch für die Geschichte jener Zeit sehr wichtig. Norton hat eine Biographie L.s (Boston 1863) verfaßt.