FeedJohann Georg III.
GeschichteBrockhaus 1882

Johann Georg III., Kurfürst von Sachsen, 1680—91, einziger Sohn des vorigen, geb. 20. Juni 1647, hatte schon 1673 als Anführer eines sächs. Armeekorps gegen die Franzosen seinen kriegerischen Sinn bewährt. Mit Willensfestigkeit trat er nach des Vaters Tode gegen die Anmaßungen seiner Vettern auf. Die Beziehungen zu Frankreich brach er alsbald ab und stellte sein nach Brandenburgs Vorgang gebildetes stehendes Heer in den Dienst des Kaisers. Im J. 1683 trug er mit seinen 20000 Sachsen wesentlich zur Entsetzung Wiens bei. In Person schloß er 1684 mit der Republik Venedig einen Subsidienvertrag, zufolge dessen 3000 Mann Sachsen bis 1687 in Morea gegen die Türken fochten; auch unterstützte er 1686 den Kaiser bei der Eroberung Ofens. Bei dem Ausbruche des Reichskriegs 1688 war er der erste aller deutschen Fürsten der gegen Ludwig XIV. am Rhein erschien; do mußte er sich bei den mangelnden Streitkräften zunächst damit begnügen, die Grenzen zu decken. Im J. 1690 übernahm er das Kommando der Reichsarmee, konnte aber auch jetzt nicht viel ausrichten. Nachdem er bereits kränkelnd den Feldzug von 1691 eröffnet, starb er zu Tübingen 12. Sept. 1691.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 9, S. 863Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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