Lauer (Gustav von), namhafter Mediziner, geb. 10. Okt. 1808 zu Wetzlar, woselbst sein Vater evang. Prediger war, trat 1825 als Zögling in das königl. medizinisch-chirurgische Friedrich-Wilhelms-Institut zu Berlin ein. Nach einem vierjährigen Studium der Medizin promovierte er 1830 mit der Dissertation De sanguinis differentia in morbis welche auch in deutscher Bearbeitung in Heckers „Annalen erschien. Schon vor Beendigung seiner Studienzeit war er 12. Dez. 1828 zum Unterarzt in der königl. Charité ernannt worden; 1830 wurde er zum Kompagniechirurgen befördert, 1836 als Pensionärarzt ins Friedrich-Wilhelms-Institut kommandiert und als solcher nach Hamburg beurlaubt, wo er 1836—37 eine Assistentenstelle am Allgemeinen Krankenhause bekleidete. Nachdem 1839 seine Achret erfoi zum Stabsarzt, 1843 zum Regimentsarzt erfolgt, wurde er 1844 vom Prinzen Wilhelm, dem jetzigen Kaiser, zu seinem Leibarzt ernannt, und begleitete als solcher den Prinzen, den König und Kaiser auf allen Reisen und Feldzügen. Im J. 1845 habilitierte sich L. als Privatdocent an der berliner Universität, 1854 wurde er zum außerord. Professor für Semiotik und allgemeine Therapie an der medizinisch-Chirurgischen Akademie ernannt, 1861 zum Generalarzt, 1864 zum Korpsarzt des Gardekorps befördert und 1866 in den Adelsstand erhoben. Am 22. März 1877, dem 80. Geburtstage des Kaisers, erhielt er den Rang als Generalmajor, am 22. März 1881 als Generallieutenant und damit das Prädikat Excellenz, und bei Gelegenheit des 50jährigen Dienstjubiläums ernannte ihn die Universität zum ord. Honorarprofessor. Im J. 1879 wurde er an Grimms Stelle Generalstabsarzt der Armee, Chef des Militärmedizinalwesens und der Medizinalabteilung des Kriegsministeriums, Direktor der militärärztlichen Bildungsanstalten und Wirklicher Geh. Obermedizinalrat. L. veröffentlichte außer seiner Doktordissertation: «über den vorherrschenden Charakter der Krankheiten der jetzigen Generationo (Berl. 1862), (Gesundheit, Krankheit, Todo (Berl. 1865).