Lavalette (Charles Jean Marie Felir, Marquis de), franz. Diplomat, geb. zu Senlis 25. Nov. 1806, wurde 1837 Gesandtschaftssekretär in Stockholm, 1841 franz. Generalkonsul in Alexandria, 1846 bevollmächtigter Minister am Hofe zu Kassel und war 1851—53 außerordentlicher Gesandter in Konstantinopel. Im Mai 1860 ging L. abermals als Gesandter nach Konstantinopel, war 1861—62 bevollmächtigter Minister an dem päpstl. Hofe, erhielt im März 1865 das Portefeuille des Innern, und als Drouyn de l'Huys Anfang Sept. 1866 aus dem Ministerium des Außern schied, übernahm er auch, bis zum Eintreffen des Marquis de Moustier, interimistisch die auswärtigen Geschäfte. In letzterer Stellung erließ er das Aufsehen erregende diplomatische Rundschreiben vom 16. Sept., in welchem sich die franz. Politik, im Gegensatze zu dem Verhalten Drouyn de l'Huys', sehr friedlich über Preußen und die Veränderungen in Deutschland äußerte. Auch nachdem er Nov. 1867 Minister des Außern geworden, befolgte er eine friedliche Politik, 1869 wurde er Botschafter in London, zog sich aber nach Ernennung des Ministeriums Ollivier im Jan. 1870 ins Privatleben zurück. Er starb zu Paris 2. Mai 1881.