FeedLavalliere
GeschichteBrockhaus 1882

Lavalliere (Louise Franzoise de Labaume Leblanc, Herzogin de), Geliebte Ludwigs XIV., geb. 7. Aug. 1644 zu Tours, kam an den Hof des Herzogs von Orléans, wo sie Ehrendame der Prinzessin Henriette von England wurde. Ungeachtet sie keine große Schönheit war, ja ein wenig hinkte, bezauberte sie doch durch Anmut und liebenswürdiges Wesen und wurde 1661 die Geliebte des Königs. Sie gebar ihm vier Kinder, von denen eine Tochter, Marie Anne von Bourbon, Mademoiselle de Blois, geb. 1666, und der Graf von Vermandois, geb. 1667, am Leben blieben. Ludwig XIV. erhob zu ihren und ihrer Tochter Gunsten das Landgut Vaujour und die Baronie Saint-Christophle zum Herzogtum und zur Pairie. Als Ludwig XIV. der Montespan seine Gunst zuwandte, entfernte sie sich 1674 vom Hofe und trat in das Koster der Karmeliterinnen zu Paris, nahm als Louise de la Miséricorde den Schleier und starb 6. Juni 1710. Sie gilt als Verfasserin der Réflexions sur la miséricorde de Dieuo (Par. 1685; zuletzt herausg. von Romain-Cornut, Par. 1854). Frau von Genlis, welche diese Schrift (1804 u. öfter) herausgab, machte sie zum Gegenstand des Romans Mademoiselle de L.v; Lebrun malte ihr Bild als büßende Magdalena. Vgl. Mémoires de Madame la duchesse de L.(2 Bde., Par. 1829). Ihr Leben beschrieben Quatremdre de Rossy (Par. 1823), Capefigue (1859), Houssaye (1860) und Duclos (1869).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 860Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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