FeedLebenselixir
HeilkundeBrockhaus 1882

Lebenselixir, die Bezeichnung für eine Tinktur, welche wesentlich zur Erhaltung und Verlängerung des Lebens beitragen sollte. Ebenso wie die Alchimisten vermeinten, durch eine Medizin die Krankheiten der Metalle heilen, und die unedeln in edle verwandeln zu können, so glaubten sie auch, daß die Gebresten des Körpers sich durch eine Universalmedizin heilen ließen. Einzelne derselben gaben vor, im Besitz einer solchen, eines L. zu sein, und durch Anwendung desselben ein übernatürlich hohes Alter erlangt zu haben, um sich diese köstlichste aller Medizinen mit Gold aufwiegen zu lassen. Die Besitzer des angeblichen L. erwiesen sich, ebenso wie die des Steins der Weisen, als Betrüger, ihr L. konnte sie nicht vor dem Tode am Galgen, den viele erlitten, erretten. In späterer Zeit ist dann von dem 1724 gestorbenen schwed. Arzt Hjärne ein Medikament als L. (Elixirium ad longam vitam) eingeführt, welches noch jetzt offizinell ist und den Namen Tinctura Aloes composita führt. Diese Tinktur besteht nach der Deutschen Pharmakopöe von 1882 aus 6 Teilen Aloe, je 1 Teil Rhabarber, Enzianwurzel, Zitwerwurzel und Safran und 200 Teilen verdünntem Weingeist.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 872Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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