Glauber (Joh. Rud.), Chemiker und Arzt, geb. 1604 zu Karlsstadt in Franken, lebte längere Zeit in Salzburg, in Kitzingen in Bayern, Frankfurt a. M., Köln, zog 1648 nach Holland und starb 1668 in Amsterdam. G. war Alchimist, wie alle Chemiker seines Zeitalters, aber doch zu klug, um sich mit fruchtlosem Bemühen mit der Metallverwandlung zu befassen, sondern legte den Schwerpunkt seiner Thätigkeit in die Bereitung von wertvollen chem. Arzneimitteln und in die Verbesserung technischer Prozesse. Er verbesserte das bis dahin übliche Verfahren zur Abscheidung der flüchtigen Säuren aus den Salzen, und machte sehr eingehende Studien über die Natur der Salze und deren wechselseitige Wroeegemt wobei er eine klare Einsicht in die Prozesse gewann, welche später als Vorgänge der chem. Wahlverwandtschaft bezeichnet wurden. Seine chem. und mediz. Geheimmittel ((Arcanao) verkaufte er um hohe Preise. G. war ein ungemein fruchtbarer Schriftsteller; über 40 Werke von seiner Hand sind uns erhalten, die Tent sämtlich lat. Titel führen, aber deutschen ext haben; viele derselben sind ins Lateinische und in andere Sprachen übersetzt. Die wichtigsten sind: Furni novi philosophicio (5 Bde., 1648), „Miraculum mundis (2 Bde., 1653), Pharmacopoea spagyrican (1654—67), Tractatus de natura saliump (1658). Eine Gesamtausgabe seiner Werke erschien als Opera omnia (7 Bde., Amsterdam 1661, ein Auszug daraus als Glauberus concentratuso, Lpz. u. Bresl. 1715).