Lebervenen (venae hepaticae) in die untere Hohlvene münden. Das Blut der Pfortader ist sehr dunkel, hat aus dem Darm einen Teil der Verdauungsprodukte, aus der Milz das von dieser veränderte Blut aufgenommen und liefert das Material hn Galle und zu den neugebildeten Blutbestandteilen. Die Leberarterie larteria hepatica) verzweigt sich ähnlich wie die Pfortader in der L., führt aber hellrotes Blut und vermittelt die selbständige Ernährung des Lebergewebes. Die L. selbst liegt großenteils in einer Falte des Bauchfells (s. d.), welches die L. mit einem glatten serösen Überzug überzieht. Ihr Gewebe selbst ist schon im frischen Zustande ziemlich derb, wird es aber im Tode durch Gerinnung eines eiweißähnlichen Bestandteils noch mehr. Die Farhe ist hell rotbraun (leberbraun), doch nicht gleichmäßig. Auf einem Schnitt der L. erblickt man um die weit klaffenden Stämmchen der Lebervene einen Ring Lebersubstanz, welcher von einem Kranz feiner Pfortaderzweige umsäumt ist. Diese Ringe sind die Querschnitte kugeliger Anhäufungen von mit bloßem Auge nicht sichtbaren, quadratischen Zellen und heißen Leberinseln oder Leberläppchen (insulae oder acini, auch lobuli hepatis), die Gefäße in ihrem Umkreise interacinöse, die im Mittelpunkt gelegenen intraacinöse Venen. Die Peripherie dieser Inseln hat meist eine andere, hellere oder dunklere Färbung als die Mitte, wodurch die ganze L. ein geflecktes Ansehen bekommt. Die Leberzellen, welche die eigentlichen, die Galle absondernden Elemente der L. sind und sich als kleinste rundliche feinkörnige Bläschen von ,2 mm Durchmesser darstellen, sind von der Mitte nach dem Rande der Leberläppchen in Reihen angeordnet, die vielfach miteinander verbunden (Leberzellenbälkchen), und zwischen ihnen verlaufen, die Bälkchen innig umspinnend, die Haargefäße, in welche sich die peripherischen Pfortaderzweige auflösen, und die sich zu der centralen Lebervene sammeln. Außerdem ist jede einzelne Leberzelle noch mit äußerst feinen Haargefäßchen umgeben, den Anfängen der Gallengänge, welche sich im Umkreise der Inseln sammeln, nach und nach zu stärkern Stämmchen zusammentreten und neben den gröbern Zweigen der Pfortader rückwärts zur Leberpforte verlaufen. Die Bälkchen sind endlich noch von Lymphräumen umgeben, die zu Stämmchen zusammentreten, welche denselben Weg aus der L. nehmen wie die Gallengänge. Das Lebergewebe zeigt sich also von einem fünffachen Kanalsystem durchzogen, von drei Blutgefäßsystemen, von dem Lymphsystem und dem Gallengangsystem. Dazwischen findet sich vielfältig Bindegewebe. Die Gallengänge bilden in der Leberpforte einen einzigen Stamm, den Lebergallengang (ductus hepaticus), welcher seitlich eine blasenförmige Ausstülpung trägt, die am Leberrand etwas vorstehende Gallenblase, die durch einen kurzen Kanal, den Gallenblasengang (ductus eysticus), mit ihm in offener Verbindung steht. Die Gallenblase ist ein Reservoir der Galle (s. d.). Durch die Vereinigung des Lebergallen und des Gallenblasengangs entsteht der federkieldicke gemeinschaftliche Gallengang (ductus choledochus), der in den Zwölffingerdarm ausmündet und während der Verdauung die angesammelte Galle in diesen ergießt. Die Bedeutung der L. für den tierischen Haushalt ist sehr groß, was schon daraus hervorgeht, daß sie sich in der Leibesfrucht sowie im Hühnchen 00 früh bildet, im Embryo der Säugetiere das Blut des Mutterkuchens, im Hühnchen den Dotter aufnimmt. Geht die L. durch Krankheit zu Grunde, so ist das Leben vernichtet. Im einzelnen ist ihre Thätigkeit noch nicht völlig aufgeklärt, doch scheint so viel festzustehen, daß die Gallenbereitung mit einer Neubildung von Blut, überhaupt mit einer Verarbeitung der verdauten und aufgesogenen Ciweißstoffe einhergeht. Ein Produkt dieses Prozesses ist eine stärkemehlähnliche, leicht in Traubenzucker übergehende, der L. eigentümliche Substanz, das Glykogen, die einzige derartige, welche man bisjetzt im Tierkörper aufgefunden hat. Auch scheint in der L. ein massenhafter Untergang unbrauchbar gewordener roter Blutkörperchen stattzufinden, da sich Reste ihrer Bestandteile im Gallenfarbstoff nachweisen lassen. Keinem einigermaßen kompliziert gebauten Tier fehlt die L. Über die Bedeutung des Lebersekrets, der Galle, für die Verdauung s. Galle und Verdauung. Über die Krankheiten der L. s. Leberkrankheiten.