FeedLenclos (Anne, genannt Ninon de)
AllerleiBrockhaus 1882

Lenclos (Anne, genannt Ninon de), geb. 15. Mai 1616 zu Paris, war nach dem frühen Tode ihrer Eltern bald von Anbetern umschwärmt. Der Kardinal Richelieu soll zuerst ihre Gunst besessen haben. Demselben folgten Coligny, Villarceaux, der Marquis von Sévigné, der Prinz von Condé, der Herzog de Larochefoucauld, der Marschall d'Albret, der Marschall d'Estrées u. s. w. Bis in ihr hohes Alter blieb ihr Haus ein Sammelplatz aller geistreichen Personen des Hofs und der Stadt; auch die Gelehrten und Dichter zogen sie bei ihren Werken zu Rate. Sie war Mutter zweier Söhne. Der eine, Namens Laboissiere, starb 1732 als Marinebeamter zu Toulon, der andere soll sich in seine eigene Mutter verliebt und nach der Entdeckung des Geheimnisses erstochen haben. Ninon starb 17. Okt. 1706. Man schreibt ihr eine kleine Schrift, „La coquette vengéer (1649), und mehrere in den Werken Saint-Evremonts enthaltene Briefe zu. Ihr Leben beschrieben Damours und Lebret; Daurmesnil gab Mémoires pour servir à Phistoire de Mme. de L.v (Par. 1751) heraus. Vgl. Capefigue, „Ninon de I'Enclos et les précieuses de la Place Royale „ (Par. 1864).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 947Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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