Lenbach Crarz von), ausgezeichneter Porträtmaler, geb. zu Schrobenhausen in Oberbayern 13. Dez. 1836, wo sein aus Tirol gebürtiger Vater Maurermeister war. Der Sohn ergriff dasselbe Handwerk, von dem er zum Architekturfache emporzusteigen hoffte, als die Maler Hofner und Professor Geyer in Augsburg auf das Talent des Siebzehnjährigen aufmerksam wurden und ihn für die Malerkunst bestimmten. Indessen regte ihn ein zweijähriges akademisches Studium in München wenig an und, in seine Heimat zurückgekehrt, übte er sich lieber an allen möglichen Motiven, die ihm zufällig zur Hand waren. Ein bestimmteres Streben begann erst 1857, als L. zu Piloty eintrat. Mit dem Meister besuchte er Rom, wo er im selben Fache fortschuf, ohne jedoch besondere Erfolge zu erzielen. Im J. 1860 begab er sich mit seinem Freunde A. von Ramberg nach Weimar, wo das Studium der Niederländer, insbesondere Rembrandts, ihn der Porträtmalerei zuwandte. Die Eigenschaften einer scharfen Charakterisierung und eines bezaubernd geheimnisvollen Kolorits, welche L.s Pinsel auszeichnen, traten bereits an den ersten Proben zu Tage und stellten ihn rasch an die Spitze der lebenden Porträtkünstler Deutschlands. In München gewann er die Gunst des Freiherrn von Schack, welche ihm Reisen in Italien und Spanien ermöglichte, wo L. in Venedig, Florenz, Rom u. s. w. Kopien der berühmtesten Gemälde alter Schulen für dessen Galerie anfertigte. Seitdem entstanden eine große Zahl herrlicher Porträts der berühmtesten Zeitgenossen, von denen vorzüglichen Erfolg hatten die der Fürstin Obrenowitsch, des Grafen Andrässy, Döllingers, der Kaiser von Deutschland und Ssterreich, des Fürsten Bismarck, des Generals Bocco, ferner von Richard Wagner, Moltke, Franz Lachner, Gladstone, Fürst und Fürstin Minghetti-Acton, Franz Liszt u. a. L.s Reisen erstreckten sich bis Marokko und Agypten, welches Land er mit Makart 1875 besuchte.