Lenk (die), Pfarrdorf und Bad im Bezirk Obersimmenthal des schweiz. Kantons Bern. Das Dorf, ein großer stattlicher Ort, 1878 teilweise durch Feuer zerstört und seither regelmäßig mit breiten Straßen wieder erbaut, liegt 1070 müber dem Meere, 37 km südwestlich von Thun zu beiden Seiten der Simme in dem ebenen Thalgrunde zwischen den nördl. Ausläufern des Wildstrubels (3253 m) und des Wildhorns (3264 m) und zählt (1880) 2186 E., deren Haupterwerbsquelle die Alpenwirtschaft ist. Das Bad, 1105 müber dem Meere, ½ km südwestlich vom Dorfe an der linken Berglehne gelegen, umfaßt 5, 1860—73 errichtete Gebäude im Schweizerstil, bietet Raum für 120 Gäste und besitzt drei kalte gipshaltige Heilquellen: die Balmquelle, die mit 44,5 C. Schwefelwasserstoff per Liter die stärkste Schwefelquelle Europas ist, die Hohliebequelle, ein mildes Natron und Magnesia enthaltendes Schwefelwasser, und die Eisenquelle. Die großartige Gebirgsumrahmung mit ihren Gletschern, Felswänden und Wasserfällen, verbunden mit der Anmut des grünen Thalgrundes, die geschützte Lage, die reine Luft und das für diese Höhe milde Klima, hauptsächlich aber die kräftigen Heilquellen, die besonders bei Krankheiten der Atmungsorgane, des Verdauungssystems und der Haut mit Erfolg angewendet werden, machen die L. zu einem sehr beliebten Kurort. Mit Thun ist die L. durch eine 54 km lange Poststraße, mit Sitten (Wallis) durch den Saumweg über den Rawyl (2415 m), mit dem Adelbodenthal durch den Paß über das Hahnenmoos (1954 m) verbunden. Vgl. Treichler und Buß, „Bad und Kurort L.y (Bern 1877); Gsell-Fels, Kurorte der Schweizo (Zür. 1880).