Lennep (Jak. van), einer der namhaftesten neuern niederländ. Schriftsteller und Dichter, geb. 24. März 1802 zu Amsterdam, studierte in Leiden. Schon seine «Akademischen Idyllen v, die er als Student verfaßte, fanden Beifall. Seinen Ruf als Dichter begründete er mit den Nederlandsche legendend. Verwandte Stoffe verarbeitete L. auch in den drei größern Dichtungen Het huis ter Leede en Adegildo, Jacoba en Berthas und De strijd met Vlaandereno. Den meisten Beifall aber fanden seine zahlreichen Romane. Von diesen gehören De Roos van Dekama (Amsterd. 1837), «Ferdinand Huycko (Amsterd. 1840) und De lotgevallen van Klaàsje Zevenstero (Amsterd. 1866) zu dem Besten, was die holländ. Litteratur in diesem Fach aufzuweisen hat. Seine Laufbahn als dramatischer Dichter begann L. mit den beiden Lustspielen Het dorp aan de grenzeno und «Het dorp over de grenzeno (beide 1830). Unter seinen übrigen Stücken hatte namentlich De vrouwe van Waardenburgo (1859) Erfolg. Sammlungen seiner „(Romantische Werken „ (23 Bde.) und Poetische Werken o (13 Bde.) sind herausgegeben worden in Rotterdam (1855—72) und dem Haag (1859 — 72). Von seinen übrigen Schriften sind außer der Prachtausgabe (12 Bde., Amsterd. 1857—66) des Dichters Vondel (s. d.) noch zu nennen: «Hollands romantische Geschiedeniso (deutsch von Lerz, 11 Bde., Aachen 1840 — 43), «Geschiedenis van Noord-Nederlando (1865 fg.) und «Neërlands Roemo (1856 fg.). L. starb 25. Aug. 1868 zu Oosterbeek bei Arnheim. Der Vater L.s, David Jakob van L., geb. 15. Juli 1774 1 Amsterdam, widmete sich erst jurist., dann philol. Studien und erhielt 1799 eine Stelle am Athenäum seiner Vaterstadt, die er bis zu seinem 10. Febr. 1853 erfolgten Tode bekleidete. Unter seinen Arbeiten sind zu erwähnen: die Vollendung der von de Bosch begonnenen Ausgabe der „Anthologia Graeca o (5 Bde., Utr. 1795—1822), die Bearbeitung der Heroideno des Ovid (Amsterd. 1807; 2. Aufl. 1812), der «Theogonie » (Amsterd. 1843), der Werke und Taged (Amsterd. 1843) und des Schild des Hercules » des Hesiod (besorgt von Hullemann, Amsterd. 1858). Auch hat er lat. Dichtungen veröffentlicht. Eine Biographie schrieb sein Sohn Jakob van L. (4. Aufl., Amsterd. 1862). Johannes Daniel van L., ein Verwandter des vorigen, geb. im Nov. 1724 zu Leeuwarden, war seit 1752 Professor der alten Sprachen erst zu Gröningen, dann zu Franeker, wo er im Febr. 1771 starb. Seine Hauptwerke sind die Ausgaben des Koluthus (Leeuw. 1747; Abdruck von Schäfer, Lpz. 1823) und der Briefe des Phalaris (2 Bde., Grön. 1777; Abdruck von Schäfer, Lpz. 1823), sowie das von Scheid aus seinen Vorlesungen herausgegebene Etymologicum linguae Graecaen (2 Bde., Utr. 1790; 2. Aufl. von Nagel, Utr. 1808).