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AllerleiAfrika Hand-Lexikon 1885

Betschuanen, südafrikanische Völkerschaft, zu der negroiden Familie der Zulus oder Kaffern gehörig. Ihr Gebiet wurde früher im Osten durch die Drakensberge oder (wie sie dieselben nennen) „Kwathlamba* von Natalland und den unabhängigen Zulus der Küste geschieden und erstreckte sich vom Gariep oder obern Oranje bis an das Gebiet des Sambesi; westlich grenzt es an die Hottentottenstimme des mittlern Oranjebeckens. Durch die Errichtung der Boeren-Republiken Oranjefreistaat und Transvaal im obern Oranjebecken ist ihr Gebiet sehr beschränkt worden. Sie sind ein sesshaftes Hirtenvolk und leben vom Ertrag ihrer Herden und der Jagd. Ihre Sprache hat Verwandtschaft mit derjenigen der Zulus. Unter den zahlreichen Stiimmen der B. sind zu nennen: ]) die Basuto (s. d.), der bekannteste, von französischen Missionären protestantischen Glaubens vielbesuchte Stamm; 2) die in der Nachbarschaft der Basuto, 1853 von ihnen unterjochten Mantati; 3) die gleichfalls in der Nachbarschaft der Basuto wohnhaften Bataung; 4) die zwischen dem Vaalfluss und ungefähr dem 27. Breitengrade wohnhaften Batlapi (auch Matschappi, Matelhapi oder Baschapin genannt) ; 5) die westlichvon Kuruman wohnhaften Batlaro (auchBamutschar, Mokarraqua oder Maslaru genannt); 6) die Barolong oder Murolong, deren nördlich von den Batlapi gelegene Wohnsitze am Molopo endigen; 7) die nördlich vom Molopo und den Barolongs wohnhaften Bawanketsi (auch Nuakketsi, Wanketzen oder Wankit genannt); 8) der ehemals sehr miächtige, jetzt ganz verfallene Stamm der Bahurutsi (oder Baharutsi, Morutzi, Maruzi) an den Quellen des Marikar; 9) die Bakhatla; 10) die Bakwena (auch Bakuin, Macqueen, Macquims genannt) nördlich von den Bawanketsi; 11) die Baperi, ein paar Tagereisen östlich vom Limpopo; 12) die Bawangmato (s. d.); 13) die früher im Basutoland, jetzt an den Ufern des Sambesi wohnhaften Makololo; endlich 14) die in der Kalahariwüste verstreut wohnenden Bakalahari. Die B. waren zu Anfang dieses Jahrhunderts noch fast unbekannt. 1801 drangen Truter und Somerville in ihr Land vor und erreichten Littaku, damals der Hauptort der Batlap. 1805 drang Lichtenstein bis nach Kuruman vor; 1808 unternahmen Towan und Donavon, von Lord (Oaledon, damals Gouverneur der Kapkolonie, ausgesandt, eine Expedition nach dem Innern des Betschuanen-Landes;1812 durchforschte es Burchell und fast gleichzeitig mit ihm durchzog es der Missionär John Campbell, der 1820 auf einer zweiten Reise bis. zu den Bahurutsi vordrang. Seit 1820 fasste die englische Mission, seit 1830 die französische unter den B. Fuss; 1834—35 durchforschte die Expedition des Dr. A. Smith das B.-Land. Seitdem ist es häufig, in verschiedenen Richtungen und zu verschiedenen Zwecken von Europäern (Arbousset, Moftat, Methuen, Cumming, Livingstone, Cazalis, Andersson) durehzogenworden. Ambekanntesten wurde ihr Gebiet durch Livingstones und Moftats Forschungen. (Siehe Abbildung auf Seite 241.)

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 1, S. 235Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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