Korana, ein nomadisierender Hottentottenstamm, welcher im Gebiete des Oranje- und Vaalflusses, in dem jetzigen West-Griqualand, noch bis heute eine gewisse nationale Selbständigkeit zu bewahren gewusst hat. Das ist die Hauptgruppe der K. Eine kleinere, Gruppe wohnt in dem Thale des Hart- oder Kolang-Flusses, welcher rechtsseitig in den Vaal-Fluss mündet, über der Grenze von Griqualand und Transvaal. Auch sie hat sich ihre Selbständigkeit teilweise gewahrt und bildet eine Art unabhängigen kleinen Fürstentums, eine Enklave: des Betschuanenlandes. Nach dem Berichte des biitischen Kapitäns Harrel (1880) bilden die letztgenannten K. mit den DBatlapins (Kaffern oder Bantu) der Landschaft Taung eine Gruppe von etwa 5000 Köpfen (zwischen den Flüssen Molopo und Vaal), wo ihre Hauptortschaft, Manusa, liest. Die Gesamtzahl der Korana wird auf 15000 geschätzt. Die X. haben sich manches fremde Element angeeignet; man darf bei ihnen nicht die reine Hottentottenrasse suchen. Manche sind mittleren, bisweilen auch hohen Wuches, von eckigem, knochigem Bau und kräftigem Aussehen. Andere wieder sind auffallend klein und schlecht gebaut. Ihre Nase ist besser entwickelt als die der anderen Hottentotten. Die Augen sind charakteristisch durch ihre Spaltform und schiefe Stellung; das Kinn tritt kräftig heraus (Fritsch). Die K. sind friedfertigen : Charakters; aber sie haben einen ziemlich stark ausgeprägten Hang zum Diebstahl, sind träge und teilnahmlos; den Predigten der Missionäre folgen sie gern so lange, wie die Tabakverteilung erfolgt; sobald dieselbe zu Ende ist, reissen sie hurtig aus Kirche und Schule aus. Sie trinken leidenschaftlich gern starken Schnaps; Liechtenstein bemerkt überhaupt, dass sie der Völlerei ergeben sind. Nach Holub bewohnen die K. halbkreisförmige Hütten, deren Wände aus Zweigen gebildet sind, die in die Erde gesteckt werden und sich oben zu einem Dache formen. Dieses primitive Bauwerk wird mit Stroh- und Binsenmatten bedeckt. Eine solche Hütte misst in der Höhe etwa 1,33 m, im Durchmesser etwa 3,35 m. In der Mitte ist der Boden schüsselförmig ausgehöblt; hier befindet sich die herdartige Feuervorrichtung. Diese Hütten haben alle in der dem herrschenden Winde entgegengesetzten Seite einen schmalen Zugang. Ein K.-Dorf ist das elendeste, was man sich denken kann (Holub, „Sieben Jahre in Südafrika‘), Gleich den Griquas besitzen die KR. einige Viehherden und bauen kleine Flächen Land in der Umgebung ihrer Dörfer an. Aber ihr Zustand ist ein höchst kümmerlicher; sie sind durch den Schnaps, welchen Boers und Engländer ihnen verkaufen, gänzlich demoralisiert und haben durch ihn die letzte Widerstandskraft gegen das harte Dasein in den öden Steppengegenden der Kalahari eingebüsst. Sie verlieren ihre hottentottische Mundart so rasch an Stelle des „Boeren-Deutsch“, dass die Missionäre seit längerer Zeit schon des