Bongo (Dor), grosses Negervolk im obern Nilgebiet; es bewohnt die Striche westlich vom Bachr-el-Abyad, zwischen den Zuflüssen des Dembo im Nordwesten und des Djur im Südosten, an der Grenze des Dinkagebiets, zwischen 6 u 8°n.Br. Die B. treiben vornehmlich Ackerbau (Durra, Dochn, Mais, Mungobohnen, Erderbsen, Erdnüsse etc.). Sie sind nach der von Schweinfurth gegebenen Schilderungvon mittlerer Gre össe; ihre Hautfarbe ist erdig-rotbraun; das wollige Haar wird in Flechten geordnet; unter den Weibern findet sich häufig der Fettsteiss. Sie hausen in kleinen Weilern und ihre Togule haben Kegeldächer; dieselben werden gern auf Bäumen gebaut. Sie verstehen das Eisen zu "bearbeiten und zu schmieden, fertigen Lampen, Messer und ähnliche Gegenstände, verstehen auch rohe Holzfiguren zu schnitzen und Säcke und Körbe aus Bambus und Baumblättern zu fertigen. Sie leben in Polygamie. Schweinfurth hält die um den Tsad-See wohnenden Stämme der Musgu, Wandalaua, Massa und Loggon den B. am nächsten stehend; Barıh hält eine in früherer Zeit stattgehabte Überflutung und Besiedelung Bagirmis durch die B. für wahrscheinlich. — Das fruchtbare Land der B. ist, nachdem die Chartumer Händler sich in Seribas dort festgesetzt und die Bewohner durch Sklavenjagden und Branntweinverkauf dem Untergange nahe gebracht haben, in ägyptischen Besitz gekommen.