Darfur (Dar-For), grosses Land im nördl. Sudan, im Novbr. 1874 von Ägypten erobert durch Ziber-Pascha, der in der Schlacht bei Menowaschi, drei Tagereisen südwärts von Fascher, der Hauptstadt Darfurs, dessen König Brahim besiegte und erschlug. D. ist eigentlich eine grosse, auf einem Teil seiner Grenzen von Sandwüsten umschlossene Oase; es liegt nur 3—4 Grade westlich vom Bachr-el-Abyad oder weissen Nil; der grösste Teil dieses Raumes wird von Kordofan, einer zweiten Oase von der gleichen Beschaffenheit wie Darfur, ausgefüllt. Eine unbewohnte, nur von nomadivonzwei Tagereisen scheidet die Grenze von D. von derjenigen Kordofans ; bis zum Fascher, der Hauptstadt Darfurs, beträgt die Entfernung fünfzehn Tagereisen. Im Norden von D. ist Wüste; im Süden stösst es an Dar-Fertit; im Westen wird es durch eine unbewohnte Strecke von ziemlich einer Tagereise von Wadai geschieden. D. erstreckt sich über ziemlich vier Breiten- und 4!/, Längengrade (etwa zwischen 9° und 16° nördl. Br. und zwischen 20° und 26° östl. L.). Seine Bevölkerungsstärke schätzt Nachtigal auf vier Millionen Seelen; die bevölkertsten Striche sind das innere Darfur, der Westen, Süden nnd Südwesten. Im Norden, Osten und Nordosten ist die Bevölkerung dünngesüet.