
Ogowe, grosser Fluss in Nieder-Guinea, dessen weites Ästuarium sich von 0096‘ bis 104‘ s. Br. erstreckt. Die Portugiesen entdeckten schon 1470 oder 1471 das Küstengebiet des Ogowe, aber wie an anderen Stellen des Kontinents gelangten sie auch hier über den Küstensaum nicht hinaus, und die Geographie verdankt ihnen keine wesentlichen Bereicherungen. Auch die vielen Niederlassungen, welche sie an den Küsten Afrika’s gründeten, haben zu, einer solchen nichts beigetragen. „Wiewohl auch die Portugiesen in der Gründung dieser Niederlassungen auf das vom päpstlichen Stuhl zu wiederholten Malen verliehene Besitzrecht aller Länder, die sie vom Kap Bojador bis nach Ostindien entdeckt haben, sich stützten und ihre Etablissements schon frühzeitig zu religiösen und kommerziellen Zwecken eingerichtet haben, gestattete doch die egoistische Politik des Kabinetts von Lissabon, die gleich der der alten Phönizier den Grundsatz zu verfolgen schien, anderen Nationen gegenüber ihre eigenen kommerziell- geographischen Errungenschaften mit völligem Dunkel zu verschleiern, der Wissenschaft keinen namhaften Vorteil aus jenen Kolonieen zu ziehen. Besonders gilt dies inbetreff der Küste von Nieder-Guinea.“ (Czerny, Entdeckungsgeschichte der Gabun- und ÖOgowe-Länder, Zeitschr. d. Ver. f. Erdkunde z. Berlin, 1877). Ein grosses Hinderniss für die Forschung war hier der Sklavenhandel, der an der ganzen Küste von Nieder-Guinea lebhaft betrieben wurde. Dazu kamen die Strömungen und Windstillen des (iolfes von Guinea, die noch am Ende des vorigen Jahrhunderts von den Seefahrern so gescheut wurden, dass man, wenn man vom Grünen Vorgebirge an die Kongomündung gelangen wollte, zunächst nach Südwest segelte und sich dann ostwärts wandte. Erst unser Jahrhundert hat das Ogowegebiet allmählich eröfinet. Das Verdienst, der Bahnbrecher gewesen zu sein, gebührt hier Frankreich und dem berühmten Reisenden Paul Duchaillu. Vom Gabun, wo die Franzosen schon 1843 eine Niederlassung gegründet hatten, kam derselbe in das Gebiet der menschenfressenden Fan und der Oscheba. „Zwar sah Duchaillu während seiner Reise 1856 bis 1859 den vereinigten Ogowe nicht, denn auf seinen Fahrten nach dem Anengue-See benutzte er den Ovengafluss, dennoch verbreitete er wenigstens über die Beziehungen des Nazareth, Mexias und Fernand Vaz zum Ogowe ein gewisses Licht; obendrein bereicherte er die Geographie mit einigen neuen Erkundigungen über den obern Lauf desselben und über die an demselben wohnenden Negerstämme. Allein auch abgesehen von allen diesen greifbaren Errungenschaften, die an die erste Reise Duchaillu's gebunden sind, beruht doch gewiss sein grösstes Verdienst darauf, dass er eigentlich erst der Haupterreger jenes grossen Interesses war, das von nun an für diesen Teil Atrika’s allgemein in Europa wach wurde, und jener zahlreichen Reihe der Forschungs-Expeditionen, die seit dieser Zeit wirklich in raschem Zuge an die seinigen sich reihten.* Nachdem Bert, Burton und Winwood Reade kleine Reisen im Ogowegebiet unternommen, fuhren 1862 die Franzosen Serval und Griffon in ihrem Dampfer 60 Seemeilen weit den Ogowe aufwärts und setzten dann wegen des niedrigen Wasserstandes die Reise in emem Boote bis zur Einmündung des Ngomo fort. Die Frucht dieser Reise war die Aufnahme des ganzen Unterlaufes des Ogowe und die Entdeckung der grossen Jonanga-Lagune. Serval fuhr noch in demselben Jahre vom Gabun den Rhambo& hinauf und drang bis zum Ogowe vor, den er etwa 20 Meilen oberhalb der Einmündung des Ngunie erreichte. An derselben Stelle erreichte den Ogowe zwei Jahre später der Seeleutnant Genoyer, der von Bogo& auf dem Landwege vorgedrungen war. Auf einer zweiten Ogowefahrt, welche er im Oktober 1864 antrat, erreichte Duchaillu das Dorf Muau-Kombo unter 12% 35° östl. L., wo er umkehren musste, da die Aschango ihm die Weiterfahrt verwehrten. Der nächste Reisende, der Engländer Walker, kam 1865 bis Edibe im Lande der Okota, unter 100 22° östl. L. Er berichtigte namentlich die Angaben über den Unterlauf des Ngunie. Von grösserer Bedentung als alle diese Reisen war die Expedition des Leutnants Ayme6s auf dem „Pionnier“ i. J. 1867, da "infolge der Verhandlungen mit den Negerhäuptlingen der Ogowe von nun an als dem Handel eröffnet gelten konnte. Nun erst entstanden europäische Faktoreien am Ogowe, und auch das bereits am Gabun ansässige Hamburger Haus Wörmann gründete eine solche. Im Jahre 1873 drang dann Walker im Okonda-Land bis nahe an den 12. Meridian vor, und noch weiter, bis 12030‘ östl. L. gelangten 1874 Marquis de Compiegne und Alfred Marche, welche 2 grosse Nebenflüsse, den Ofoue und Ivindo, entdeckten. In dasselbe Jahr fällt die Expedition des Österreichers Dr. Oskar Lenz, den die Deutsche Afrikanische Gesellschaft aussandte. Auf seiner ersten Fahrt gelangte er bis zu dem ÖOkandadorfe Lope; auf der zweiten wandte er sich, um Zusammenstössen mit den Oscheba, welche Compiegne’s Weiterreise verhindert hatten, zu entgehen, an der Grenze des Okanlandes landeinwärts. Er fuhr den Ofoue hinauf, stiess jedoch bald auf Stromschnellen und Katarakte. Nachdem sein Gepäck mühsam zu Lande oberhalb derselben gebracht worden, fuhr er mit einigen seiner Leute in einem kleinen Kanoe noch eme Strecke aufwärts, bis er abermals auf Stromschnellen stiess, die ihn zur Umkehr zwangen. Die wichtigsten Ergebnisse. dieser Reise waren: die ersten genauen Angaben über den geologischen Bau jenes Teils des Ogowegebietes, in dem die Stromschnellen sich befinden; die Kennzeichnung des Okandalandes als ein bis zu etwa 400 Fuss Höhe über dem Meeresspiegel emporsteigendes Hochplateau, welches im Westen von parallel laufenden, niedrigen Hügelreihen begrenzt wird; die ersten genauen Mitteilungen über das schon von Duchaillu erwähnte Zwergvolk der Abongo; endlich die Entdeckung verschiedener Anzeichen eines Verkehrs der Osaka mit am Kongo wohnenden Stämmen, denn er fand bei ihnen Handelsartikel, die sie nur von Süden her erlangt haben konnten, Diese Entdeckung lenkte die Aufmerksamkeit der Geographen wieder der Frage zu, wo die Quellen des Ogowe zu suchen. seien. Vielfach wurde die Ansicht laut, dass der Ogowe ein Arm des Kongo sei. Die Lösung des Rüätsels sollten die grossartigen Entdeckungen des Leutnants Savorgnan de Brazza bringen, der schon mit Lenz im Gebiet der Sebbe zusammentraf, dann aber durch Krankheit und den Mangel an Trügern monatelang aufgehalten wurde. Als er endlich das Gebiet der Avumbo erreichte, fand die Frage der Quellen des Ogowe eine unerwartete Lösung, welche alle Vermutungen über den Haufen warf. Der Ogowe teilte sich dort in zwei unbedeutende Quellflüsse, den Rebagni (Hauptarm) und Passa, welche von Süden aus der Serra Complida kamen und beide nicht schiffbar waren. Die Hoffnung, dass der Ogowe oberhalb der letzten Stromschnellen eine bequeme Wasserstrasse ins Innere bilde, war vernichtet, Die eigentliche Ogoweforschung hatte ihr Ende erreicht, aber das noch unbekannte Gebiet zwischen den Ogowequellen und dem Tanganjika forderte nun den Forschungseifer noch mehr heraus. Brazza’s rastlosem Eifer verdankt bekanntlich Frankreich ungemein wertvolle Erwerbungen. In den Verhandlungen, welche während der Afrikanischen Konferenz zwischen Frankreich und der Internationalen Gesellschaft stattfanden, gewann das erstere durch Vertrag vom 5. Februar 1885 noch ein riesiges Gebiet zwischen der Loangoküste und dem Kongo und schuf durch Vereinigung desselben mit dem Gabun- und Ogowegebiet ein grosses Kolonialreich im Zentrum Afrika’s. Der Ogowe, nun mitten durch französisches land fliessend, ist in seinem ganzen Laufe dem Handel erschlossen, Faktoreien ‘sind bis in sein Quellgebiet vorgeschoben und ungehindert ziehen die Warentransporte durch Länder, in welchen noch vor einem Jahrzehnt die Wildheit der Bevölkerung jedes Vordringen unmöglich machte. Frankreich hat am Ogowe eine grosse Kulturaufgabe zu erfüllen, und erst die Zukunft wird zeigen, ob es derselben gewachsen ist und das bunte Völkergemisch an den Flussufern einer höheren Gesittung zuzuführen vermag. Gute und schlimme Keime sind in Menge vorhanden, denn neben Völkern, welche bereits bedeutende Fortschritte in gewerblicher Thätigkeit gemacht haben, finden wir im Ogowe-Gebiet auch noch Kannibalen. Die Ureinwohner sind die Abongo oder Okkoa, eine ungemein kleine Rasse, welche das Interesse des Ethnographen im höchsten Grade in Anspruch nehmen. Sie bilden heute nicht mehr eine zusammenhängende Nation und haben, obwohl sie eine eigene Sprache besitzen, doch überall als gewöhnliche Umgangssprache die Sprache des Volkes angenommen, unter dem sıe leben. JirSst Seit EeLWa 4) Jahren sind die Fan (s. d.) am Ogowe ansässig, gleichwie. die auf dem linken Ufer wohnenden Akelle, welche dort dieselbe Rolle spielen wie die Fan auf dem rechten, neue Ankömmlinge sind. Ebenso gefürchtet wie die Han, waren die Akelle (s. d.) in bisher fast wununterbrochenem Kampf mit ihren Nachbaren, und sie sowohl als die Fan dürklen den Franzosen noch viel zu schaffen machen. An diese Hauptstämme, die Ureinwohner (Abongo) und die später eingedrungenen Fan und Akelle reiht sich noch eine Menge kleiner Völkerschaften, die in Sprache und Sitten sehr voneinander verschieden sind: die. am Kap Lopez wohnenden Mpungwe oder Arungu, die Galloa, Jninga, Ncomi,Adjumba, Apingi,Okota, Asimba, Okande, Aduna, Awanschi (ein sehr kriegerisches Volk), Okona, Opowe, Mbumba (nur einige hundent Köpfe stark), Osaka, Umbete, Avumbo u. s. w. Alle diese Stämme sind’ uns erst später bekannt geworden und eine genauere Kenntnis derselben haben wir erst in den letzten" Jahrzehnten erlangt. — Der Schifi fahrt bereitet der Ogowe immerhin genug Hindernisse, da er wie der Kongo reich an Stromschnellen ist. Sein Mündungsgebiet ist eine der ungesundesten Gegenden ganz West-Afrika’s. Bereits in der Nähe des Anenga-Seees, ungefähr 10 deutsche Meilen im rn, beginnt sich der. Ogowe in 2 Arne zu Aalen: von da an weiter flussabwärts wird die Gubelung immer mannigfaltiger, so dass schliesslich die Mündung des Ogowe aus 4 oder 5 Hauptarmen, die all wieder unter sich durch zahllose natürliche Kanäle verbunden sind, besteht. So entsteht ein riesige Delta, welches noch dadurch ver grössert wird, dass die südlichen” Ogowe- Arme’ mit den Lagunen und Seeen des im Kommalande münden den hkembo in Verbindung stehen, eine viele [JMeilen grosse, sumpfige, mit Mangroveninseln bedeckte Fläche. Der Hauptarm mündet in die Bai von Nazareth, aber vorliegende Inseln ermöglichen die Einfahrt bloss durch 2 Kanäle, die überdiess versandet und reich an Untiefen sind. Da die Verteilung von Wasser und Land hier sehr rasch wechselt, ist ohne ‚einen kundigen Lotsen die Einfahrt in die geräumigere Bai unmöglich. Nach dem am meisten vorspringenden Punkte, der die Nordspitze einer schmalen Insel bildet, nennt man dieses ganze Gebiet Kap Lopez. Weiter aufwärtsim Norden des grossen Jonanga-Seees macht der bisher von West nach Ost fliessende Ogowe eine rechtwinkelige Biesung und fliesst dann etwa 5 Meilen weit von Nord nach Süd. Bevor er dann durch eine ebenso scharfe Krümmung seinen früheren Lauf einnimmt, vergrössert er sich bedeutend durch die Aufnahme des Rembo Neunie. In der Nähe der Mündung des letztern befinden sich viele kleine Seeen (siehe Ogowe-Seeen). Die Schiffahrt durch das Gebiet der hier ansässigen Jninga ist sehr gefährlich, da viele. Klippen unter dem Wasserspiegel verborgen sind, aber die Ininga kennen ihren Fluss und wissen mit grossem Geschick die langen und schweren Kanoes durch. die heftigsten Strömungen und Wirbel zu steuern und alle verborgenen Klippen geschickt zu umgehen. Der im Inangaland in den Ogowe mündende Rembo Ngunie ist ‚auch reich an Stromschnellen. Schon wenige Meilen aufwärts von seiner Mündung beginnen die Samba-Katarakte, an welche sich weiterhin die Fugamifälle anschliessen: Auf der Fahrt den Ogowe aufwärts gewinnt aber das Land jenseits der Iningagrenze ein viel freundlicheres Aussehen. An die Stelle der trostlosen, monotonen Waldlandschaften der Küste treten meilenweite, grasbewachsene Ebenen, unterbrochen von einzelnen Waldpartieen, durchströmt von kleinen Bächen und rings von Hügelreihen eingeschlossen, einfruchtbares und an Herden reiches Land. Leider stösst hier die Schiffahrt schon auf sehr grosse Hindernisse. Von der Mündung des Ogowe bei Kap Lopez bis einige Meilen oberhalb der Mündung des Rembo Ngunie, also im ganzen höchstens 40 deutsche Meilen, kann dieser Fluss’ selbst von kleinen Dampfern mit geringem Tiefgang befahren werden, wenigstens bei hohem Wasserstande; von da aber beginnt die Region der Stromschnellen und die Schwierigkeiten und Hindernisse mehren sich zusehends. Stellenweise muss sogar das Kanoe ans Land gezogen und eine Strecke weit über den felsigen Boden geschleift werden, und da diese Fahrzeuge ausserordentlich gross und schwer sind (bis 80' lang und 50 bis 60 Menschen fassend), so braucht man gewöhnlich mehr als 10.) Leute, um innerhalb dieses Stromschnellengebietes zu reisen.* Gleich dem Rembo Ngunie ist der Ofue, ein im Okondaland mündender linker Nebenfluss des Ogowe, bald durch Katarakte und heftige Stromschnellen gesperrt. Früher hemmten hier auch die zwischen der Ofue- und Ivindomündung ansässigen feindlichen Fan den Verkehr, durch welche Reisende oft gezwungen wurden, auf dem Landwege die gefährliche Strecke zu umgehen. Der Ivindo oder schwarze Fluss, konımt aus Nordost und mündet auf dem rechten Ogoweufer, und eine Strecke weiter aufwärts nimmt der Ogowe links den Lolo auf. An letzterem wohnen die Osaka. Der Ogowe ist hier frei von Stromschnellen und fliesst durch ein flachhügeliges, schwach bevölkertes Land von SW. nach NW., aber seine Breite ist Licht mehr so imposant wie im Okondaland. „Tagelang“, schreibt OÖ. Lenr, „fuhren wir durch düstere, unbewohnte Urwälder, die, senkrechten grünen Mauern gleich, die Ufer des Flusses einfassten, und ganz ausserordentlich selten trafen ‚ wir eine kleine Lichtung, welche andeutete, dass ein Stück waldeinwärts irgend ein kleines, isoliertes Negerdorf sich befinde.“ Im. benachbarten Gebiet der Aduma beginnen wieder Stromschnellen und Katarakte, die durch grosse, stehengebliebene Felsen verursacht werden, und die Fahrt wird sehr gefährlich. Der Ndumefall an der Grenze des Adumalandes ist eigentlich nur ein sehr starker. Katarakt, der quer durch den Strom setzt. Wenn die Aduma nicht wollen, kann hier kein Kanoe passieren. Sie hatten früher alle Öffnungen zwischen den Felsen, durch welche Kances hindurchfahren konnten, mit Baumstämmen versperrt, und man war gezwungen, die Erlaubnis zur Durchfahrt zu erkaufen. Der Strom verengert sich nun bedeutend und ist höchstens noch 300 bis 400 Fuss breit. Lenz war berichtet worden, der Ndumafall sei das letzte Hindernis, welches der Ogowe biete, aber Brazza stiess 150 Kilometer hinter dem äussersten von Lenz erreichten Punkt, 75 Kilometer oberhalb der Mündung des Lekelle, auf neue Fälle, die Pubarafälle, und jenseits derselben hört im Gebiet der Avumbo die Schiffbarkeit des Ogowe auch für Kanoes völlig auf, da er sich nun in die schon oben erwähnten Quellflüsse Rebagni und Passa teilt. — „Die Erfolge aller letzten Reisen kamen in erster Reihe den Angehörigen anderer: Nationen und nicht den Franzosen zugute, denn der Handel befand sich zu drei Vierteilen in den Händen der englischen Firma Hatton & Cookson und des deutschen Hauses C. Wörmann (Vertreter Herr Wölber), neben denen noch das Glasgower Haus Cooper & Co. und einige andere Faktoreien besassen, während Frankreich nur durch eine bedeutende Firma, Pilastre aus Havre, vertreten war. Die anderen französischen Firmen warenunbedeutend, ausgenommen das Geschäft des Senegalesen Kerno Mahamadou Seydiou, der eine grosse Faktorei besass. Ein grosser Vorteil war es für die Konkurrenten der Franzosen, dass sie ihre Waaren auf eigenen Dampfern aus Europa erhielten und auch auf dem Ogowe kleine Dampfer besassen, welche die angekommenen Waren stromaufwärts nach den Faktoreien brachten. Die kleinen französischen Firmen waren auf die englischen Packetboote (African mails-ship Company) angewiesen. Am Fernand Vaz bestanden 5 Faktoreien. Die am weitesten ins Innere ' . vorgeschobene war jene der Firına Pilastre am Ramboe im Lande der Aschira. Das feindselige Auftreten der Kamma und die gefährliche Barre vor der Mündung hinderten dort den Aufschwung des Handels. Die Faktoreien wurden häufig überfallen und geplündert. Günstiger waren die Verhältnisse am Ogowe selbst. Der Zentralpunkt des Handels war dort das etwa 160 Meilen von der Münaung entfernte Adelinalonga, das seine Bedeutung seiner günstigen Lage am Zusammenfluss des Ngunie und Ogowe und in der Nähe der Hatton & Cookson allein exportierte von dort etwa 2000 Zentner Kautschuk jährlich. Eine lange Reihe von Zweigfaktoreien erstreckte sich von diesem Mittelpunkt flussaufwärts und in das Seeengebiet hinein, die eine von der andern oft mehrere Tagereisen entfernt waren und unter der Leitung von Negern standen.‘

