Faid’herbe, Louis Leon Üesaire, am 9. Juni 1815 zu Lille geboren, besuchte die polytechnische Schule in Paris und die Artillerie- und Genieschule in Metz, diente 1544—45 in Algerien, 1545—49 auf Guadeloupe, 1849—52 abermals in Algerien und wurde dann als Unterdirektor des Geniewesens an den Senegal versetzt, wo er nach der Rückkehr des kranken Gouverneurs Protet an dessen Stelle trat. Er verwaltete die Kolonie von 1854—6bl musterhaft; ihm ist der bedeutende Aufschwung, den der französische Handel dort genommen (von je ca. 7 Mill. 1855 auf je ca. 19 Mill. 1869 in -Ein- und Ausfuhr), sowie die Ausdehnung der französischen Herrschaft über ein bedeutendes Gebiet (das ganze linke Senegalufer, Dakar, Cayor ete.) zu verdanken. Als nach seiner Versetzung nach Algier sein Nachfolger Jaureguiberry der Unruhen nicht Herr werden konnte, wurda F. zurückberufen und 1853—6+4 nochmals mit der Leitung der Kolonie betraut. Die wichtigsten Feldzüge, welche F. zu diesem Zweck in Senegambien geführt hat, sind derjenige gegen den islamitischen Propheten Hadji Omar (1557) und der gegen den Damel Lat Dior von Cayor (1563--64). Seine Wirksamkeitals Befehlshaber der 1871 gegen die Paris belagernden deutschen Truppen durch Gambetta ins Feld gestellten Nordarmee darf als bekannt vorausgesetzt werden. — Von F.s Schriften sind hier zu nennen: Chapitre de geographie sur le Nord-Ouest de l’Afriqgue (1864); Le Zenaga des tri: bus senegalaises (1868); Les dolmens d’Afrique (1875); Collection complete des inscriptions numidiques etc. Fadih werden im Sudan die den Priesterstand und die Ausleger des Koran repräsentirenden Fanatiker genannt.