Gurma, Negerkönigreich im zentralen Sudan, westl. vom Kworra oder Niger, von welchem es durch eine Provinz des Gando-Reiches geschieden ist. Es grenzt im Westen an das Reich Mor& oder Mossi und erstreckt sich im Süden bis nach Borgu und an das Mandingo-Land. Der Gesamt-Flächenraum beträgt 50000 qkm. Hauptstadt ist Nungu (auchBennanaba, Nomma-Fadan’Gurna genannt); fernere wichtige Plätze sind: Sudo-Melle grosser Handelsmarkt im Südosten des Landes; Boti, Bisuggu, Djafanghe, Belang und Belussa. — Die G., welche dem Lande den Namen gegeben haben, sind ein den Mossi und den Tembo (welche im Innern des vom Nigerlaufe gebildeten Dreiecks wohnen) verwandtes Negervolk. Sie sind Heiden und gehen völlig nackt. Sie waren erst den Songhai, dann den Fulah unter- {han und haben sich stark mit diesen beiden Völkern vermischt. Aber seitdem die Macht der Fulah im Reiche Gando zurückgegangen ist, haben sie sich zu einem selbständigen Reiche aufgeschwungen, in welchem neuerdings die Mandingo-Neger Terrain gewonnen haben.