FeedGandö oder Gwandu
ErdkundeBrockhaus 1882

Gandö oder Gwandu, ein Reich der Fellatah im westl. Sudan, zu beiden Seiten des Niger, zwischen 7 und 14 nördl. Br.; im S. reicht es bis an die Einmündung des Binué in den Niger, östlich grenzt es an Sokoto. Die Größe des Reichs wird auf 203309 qkm berechnet, die Einwohnerzahl auf 5½ Mill. geschätzt. Der Sultan Othman Da-n-Fodié von Sokoto teilte 1818 sein Reich und gab seinem Sohne Bello die östl. Provinzen, welche der selbe von Sokoto, später von Wurno aus regierte; aus dem westl. Teile machte er das besondere Reich G., das er seinem eigenen Bruder Abd-Allahi unterstellte. Dieser starb 1829; ihm folgte sein Sohn Mohammed Vani und diesem 1835 sein Bruder Khalilu, ein ganz dem frommen Studium ergebener, aber energieloser Mann, welcher 1855 starb; unter seiner Regierung besuchte Heinrich Barth das Land. Die Hauptstadt Gando, in der Provinz Kubbi, an einem Zuflusse des Sokoto, hat, von Hügeln umgeben, eine freundliche Lage zwischen frischen Wiesen, welche durch häufige Regen erhalten werden. Man kultiviert Bananen und Zwiebeln, webt auch Baumwollzeug und den sehr beliebten Frauenschurz. Heinrich Barth hat den Ort als erster und bisher einziger Europäer besucht.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 7, S. 521Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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