Keffi-Abd-es-Senga, grosser Ort im Reich Sokoto (zentraler Sudan), Hauptort eines Distrikts der Provinz Segoy oder Sariya, 260 km südwestlich von Yakoba, 110 km nördlich vom DBenu&ö (linksseitigem Zuflusse des Niger); Residenz eines Häuptlinos, welchem etwa 20 Ortschaften der . Umgegend gehören und der an den Gouverneur von Sariya einen Tribut zahlte. „Keffi ist im Jahre 1819 von Abd-es-Senga, einem Malem aus Säria, gegründet worden. Derselbe regierte 9 Jahre und 4 Monate und hinterliess die Herrschaft seinem Bruder Maisäbo, der sie 14 Jahre bis zu seinem Tode, ‚Inne hatte. Mäisäbo’s Nachfolger war der älteste Sohn Abd-es-Senga's, Djibrin Bana (d. h. Kapuzenträger), dessen Regierung 25 Jahre währte. Nach seinem Tode folgte sein Bruder Hämedo, der jetzige Sultan, im Alter von 40 Jahren. Das Sultanat Keffi umfasst ausser der Stadt Keffi Abdes-Senga gegen 20 kleinere Ortschaften und steht unter der Oberhoheit des Sultans von Säriya, dem es einen jährlichen Tribut an Sklaven und Muschelnzu entrichten hat. Dagegen bezieht der Sultan von Keffi nicht unbedeutende Einkünfte. Sultan Hamedo wird wegen seiner Freigebigkeit gerühmt. Die Stadt liegt an der Ostseite eines Hügels. Sie ist durch feste Mauern geschützt und von zwei Rinnsalen durchschnitten. Da nun aller Unrat auf den Strassen liesen bleibt und Hunde, die ihn verzehren würden, nicht geduldet werden, muss namentlich zu Beginn der Regenzeit der Aufenthalt in der Stadt sehr lästig sein. Neben den runden Hütten gibt es hier auch schon viereckige, eine Form, die eigentlich erst am untern Niger und: südlich vom Benu& als die gebräuchliche vorkommt. Bei der Gelegenheit sei wieder daran erinnert, dass man sich unter einer Negerwohnung nicht eine einzelne Hütte, sondern einen Komplex von Hütten denken muss, deren jede, etwa wie die verschiedenen Stuben unseres Wohnhauses, einem andern ‚Zwecke dient. Die Bevölkerung, aus mohammedanischen Fellata, Haussa und Segseg und aus heidnischen Afo nebst anderen Negerstämmen gemischt, ist etwa 3000 Seelen stark, aber in rascher Zunahme begriffen, seitdem Handelskarawanen ihren Weg über hier statt über Bautschi nehmen. Männer und Frauen gehen bekleidet, nur an Markttagen sieht man nackte Neger beiderlei Geschlechts, die aus den umliegenden Dörfern zur Stadt kommen (Rohlfs).