Komoren, ein Archipel von; vier Inseln, welcher im nördlichen Teile des Kanals von Mozambique gelegen ist, zwischen dem nordwestlichen Teile von Madagaskar und der Küste von Afrika. Diese vier Inseln bilden eine Kette von ca. 245 km Ausdehnung in der Richtung von Südost nach Nordwest. Die östlichste Insel ist Mayotte, welche seit 1541 ftranzösisches Besilztum ist. Die grösste (und westlichste) der Gruppe ist Ngasija (zumeist Gross-Comoro genannt) 310 km südöstlich vom Kap Delgado gelegen. Halbwegs zwischen Mayotte und Gross-Comoro liegt Njuana, häufiger Andjuana und bei den Engländern Johanna genannt. Zwischen Gross- Comoro und Andjuana liegt Mohil (Moheli, Mohilla), die kleinste der vier Inseln. Der Flächenraum der Komoren wird wie folgt angegeben: Gross-Comoro. . . . 1104 qkm Die Bevölkerung dieservier Inseln beziffert sich auf 65 V60 Seelen, nämlich: Mayotte (auch Domoni genannt) ist durch ein Korallenriff eingeschlossen und von allen Seiten hoch ansteigend (bis über 3600 F. Höhe), hat aber gute Ankerplätze, ist sehr wasserreich und fruchtbar, hat gesundes Klima und ist durch seine Lage als Handelsplatz wichtig. Die Insel war bis 1843 durch die Auswanderungen, welche infolge der räuberischen Einfälle der Sakalawas der Insel Madagaskar stattfanden, sehr entvölkert worden und hatte nur etwa noch 2000 Einw.; 1843 erhielten sie die Franzosen durch Cession von dem Sultan und legten daselbst eine befestigte Niederlassung an. Seitdem hat sich die Iusel wieder gehoben und ist der Sitz eines Gouverneurs, der zugleich die von den Franzosen in Besitz genommenen Inseln an der Nordwestküste Madagaskars unter seiner Verwaltung hat. Andjuana wurde lange Zeitam häufigsten von den europäischen Indienfahrern angesprochen. Die Engländer hielten hier bis in die jüngste Zeit eine Kohlenstation. Die ursprüngl chen Bewohner waren Schwarze von der afrikanischen Küste. Aber die Tradition berichtet, dass gegen Anfang des 17. Jahrhunderts Araber vom Roten Meer infolge innerer Kriege auswanderten und sich der K.- Inseln bemächtigten. Obwohl diese Okkupation in nicht sehr ferner Zeit erfolgt ist, so ist ihr Blut doch schon durch die gesetzlich geduldeten Ehen vermischt worden, welche sie mit den schwarzen Kreolen des Landes eingingen. Diese Araber sind im Verkehr mit den Europäern friedliebend und entgegenkommend. Es giebt zwei Städte auf der Insel: Mussamudu und Romoni. Mussamudu ist der Sitz des Häuptlings und Hafenstation; am Meeresstrande erbaut, am Fusse von zwei durch einen kleinen Bach oetrennten Hügeln, mit Mauern umgeben und durch ein starkes Fort geschützt, Die Häuser sind aus Stein gebaut. Die andere Stadt liegt. ebenfalls an einer Rhede (12% 17‘ 30° südl. Br, 42" »' östl. L. von Par.). Moheli (Mohilla), die kleinste der Komoren. ist zugleich auch die niedrigste. Der auf ihr gelegene Ort heisst Fumboni. Seit 1828 haben sich Hovas von Madagaskar auf ihr niedergelassen. Gross-Comoro ist von einer ziemlich regelmässigen , Rechteck-Form. Ihre Länge beträgt 66 km bei 24 km Breite. Kaum auf 3 oder & Punkten, und auch hier nur bei gutem Wetter, zugänglich, wird sie weniger besucht und ist auch weniger bekannt als Andjuana und Mayotte. Im Mittelpunkte der Inseln erhebt sich ein Vulkan, welcher 1865 noch in Thätigkeit war. Sie ist von mehreren Bächen durchzogen und hat aucl verschiedene Quellen, welchen man durch Cisternen nachzuhelfen sucht. Sie hat drei Wohnplätze, welche das Prädikat „Stadt“ besitzen, nämlich: Muroni, die Residenz des höchsten Sultans (denn die Insel hat deren mehrere), Islanda und Muschamuli. Die Häuser sind aus Stein gebaut und mit Mauern umschlossen. Die Bevölkerung von Gross-Comoro ist dieselbe, wie diejenige von Andjuana. Das Arabische ist die Verkehrssprache; die Religion auf den Inseln ‘ist der Islam,