
Mtesa, der Kabaka oder Kaiser von Uganda, welcher von Stanley als ein hochgewachsener schlanker Mann ‚geschildert wird, dessen intelligente und angenehme Gesichtszüge den ausgezeichneten Reisenden an einige unter den Gesichtern der grossen Steinbilder in Theben und der Statuen im Museum zu Kairo erinnerten. Mtesa "hat nach Stanley’s Schilderung „dieselbe Fülle der Lippen, aber ihre Dicke wird durch den allgemeinen Ausdruck einer mit Würde gemischten Liebenswürdigkeit gemildert, welcher sich über sein Antlitz breitet und durch die grossen, glänzenden, wie zwei Flammen unruhig lodernden Augen, welche demselben eine wun- .derbare Schönheit verleihen und für die Rasse, von welcher er*, nach Stanley’sMeinung, „abstammt, typisch sind. Seine Farbe ‘ist ein dunkles Rotbraun und die Oberfläche seiner Haut von merkwürdiger Glätte“. Er ist der Oberherr über verschiedene, weite Gebiete beherrschende Könige, hat ausser seinen Weibern noch Haushofmeister, Pagen, Boten, Musikanten und Scharfrichter um sich. Die letzteren tragen lange Bärte und heissen Marsala; sie vollführten vor Long-Bei (einem in ägyptischen Diensten stehenden Amerikaner) in phantastische,n Kostüm Menschenopfer. Zur Zeit von Stanley’s Besuch (1875), der König daten unter 15 Wakungu oder Generalen und 154 Watongoleh oder Obersten gegen die WawumainsFeldziehen sah, scheinen aber die Menschenopfer abgekommen zu sein; denn Mtesa und sein Hof waren inzwischen zum Islam übergetreten. In den letzten Jahren ist Kaiser Mtesa mehrfach in Beziehung zu den missionärischen Bestrebungen der Christen, bald in löblicher bald in abfälliger Weise, genannt worden; auch totgesagt wurde er schon zu wiederholten Malen.