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Handwerk & GewerbeAfrika Hand-Lexikon 1885
Osaka

Osaka, kleines Volk im Ogowe-Gebiet, östlich vom Lolofluss zwischen den Fan und der Oschebo- Aduma-Bevölkerung. Sie verteilen sich‘auf 5 oder 6 Dörfer, deren jedes 61) bis 100 Hütten zählt. Sie sind berühmt durch ihre Schmiedearbeiten, und Osaka-Eisenwaren kommen im Tauschhandel bis an die Meeresküste. „Überall,“ schreibt Lenz „sah ich die Leute mit Schmiedearbeiten beschäftigt. Ursprünglich stellten die Osaka das Eisen selbst dar, und zwar aus den roten thonigen Eisensteinkonkretionen, die überall in der Alles bedeckenden Lehmdecke stecken. Erstaunt war ich, zu sehen, dass Leute, die nie mit Europäern zusammengekommen sind, den Vorteil kennen, welchen Holzkohle beim Schmelzprozess gewährt gegenüber dem gewöhnlichen Holz. Die Kohle stellt man dar aus einem sehr harten Holz, welches in kleinen Meilern aufgerichtet wird, die von aussen mit Erde und Laub bedeckt werden, während das Holz inwendig langsam verkohlt. Schmelzöfen, wiesie Schweinfurth von den weiter im Osten. wohnenden Stämmen abbildet und beschreibt, fand ich nirgends, wohl aber ist jener eigentümliche Blasebalg auch bei den Osaka und Fan bekannt, den man sowohl bei den Negern Ostafrikas, als auch bei den Stämmen im Süden des Kongo, in den portugiesischen Provinzen Angola und Benguela findet. Derselbe besteht aus einem kleinen ausgehöhlten hölzernen Doppeltrog, der sich nach einer Richtung hin in zwei Röhren verlängert, deren vorderes Ende gewöhnlich mit Eisen ausgekleidet ist. Die Öffnungen des Doppeltroges werden mit einem Fell locker überzogen, an welchem kleine Holzgrifte befestigt sind; durch häufiges und rasches Auf- und Niederziehen der Decke wird ein Luftstrom erzeugt, der durch die verlängerten Röhren geht und direkt in das Feuer geleitet wird. Bei vielen Stämmen ist bekanntlich das Schmiedehandwerk besonders verehrt und nur der Oganga oder Priester darf es ausüben; bei Stämmen, die nichts davon verstehen, fand ich solche Blasebälge als Heiligtümer ın den Fetischhäusern aufgehängt. Bei den Osaka traf ich auch einen Ambos in Gebrauch. Derselbe besteht aus einem halbkugelförmigen eisernen Knopf, der an der obersten Stelle Hach geschlagenist, und einem eisernen Stiel daran; das Ganze ist aus einem Stück. Der Stiel wird in die Erde gesteckt, das zu bearbeitende Stückchen Eisen mit: der linken Hand auf die flache Stelle des Ambos gelegt und dann mit Hülfe eines starken eisernen Griffels,, der an dem einen Ende eine Schneide, an dem andern eine Spitze hat, bearbeitet. Auf diese Weise werden Speerspitzen, Messer und Dolchein allen möglichen Formen, Glocken etc. hergestellt. Die Messerklingen sind nicht selten mit recht geschmackvollen Verzierungen versehen, ebenso wie die aus Holz gefertigten Griffe, die man gern mit dünnem Messingdraht umwickelt. Gegenwärtig wird übrigens nicht mehr alles Eisen von den Osaka selbst dargestellt, sondern es kommt durch den Sklavenhandel viel europäisches Eisen von der Küste ins Innere.“

Osaka
Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 3, S. 1031Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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