FeedOschebo
TierreichAfrika Hand-Lexikon 1885

Oschebo, Negerstamm der Westküste, zwischen dem Ivindo u. Schebe am rechten Ufer des Ogowe ansässig. Seine Dörfer liegen oft dicht beisammen, einzelne aber sind durch Tagereisen von einander getrennt. Die Oschebo sind mit ihren Nachbarn auf dem andern Ogoweufer nahe verwandt und die Sprache der beiden Völker ist völlig verschieden von jener der Okonda, Osaka und Akelle. Bei den Oschebo wird ziemlich viel Palmöl bereitet, welches sie gegen Risenwaren und Fleisch eintauschen, denn sie sind gleich den Adumo schlechte Jäger und kaufen das ihnen zur Nahrung dienende Fleisch von den eigentlichen Buschvölkern. „Die Bereitung des Palmöls ist eine sehr primitive; man gräbt ein flaches Loch in die Erde, stampft den Boden fest, füllt dasselbe mit den kleinen roten Früchten der Ölpalme an, und löst dann das weiche ölhaltige Fleisch der Frucht mit den Füssen ab, presst den Rückstand mit den Händen aus und wirft die Kerne weg. Auf diese Weise wird nicht nur die Frucht sehr unvollständig ausgepresst, sondern das in den Kernen befindliche Öl geht auch verloren; da es aber kein eigentlicher Handelsartikel ist, und Palmen allenthalben reichlich wachsen, so giebt man sich weiter keine Mühe mit der Darstellung des Öles.“

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 3, S. 1034Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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