FeedSalz
Handwerk & GewerbeAfrika Hand-Lexikon 1885

Salz wird in verschiedenen Teilen Afrikas gegraben, aus Wasser abgedampft oder aus Erden ausgelaugt. Steinsalz bildet den Artikel eines ausgedehnten Handels. Dieses Naturprodukt erscheint wie überall als eine der wichtigsten Beigaben für den Nahrungsbedarf und sein gänzlicher Mangel scheint unter den An kanern langwierige Krankheiten hervorzurufen, welche ungefähr an die Lecksucht unserer Haustiere erinnern könnten. Zur Not bedient man sich des Natrons, salzig schmeckender Vegetabilien, des Rinderharns ete. Um den Besitz von Salzquellen, Salzteichen und Salzlagern setzt es nicht selten bittere Kämpfe. Stämme, welche die Erzeugnisstätten jenes hochwichtigen Naturkörpers unter ihrer Botmässigkeit haben, erfreuen sich meist eines orossen handelspolitischen Einflusses (Hartmann, „Völker Afrikas*). — In vielen Gegenden gilt Salz als Wertmesser. Von Abessinien berichtete Pater Hieronymus Lobo, der dasselbe 1622 besuchte: „Gemünztes Geld giebt es in diesem Lande nicht. Die eigentliche Münze des Landes bildet das Salz. Man giebt es in Stückchen eine Palme lang und 4 Finger dick und breit. Diese Salzstückchen sınd nach der Verschiedenheit der Entfernung von den Salzthälern von höherem oder geringerem Werte. Nahe bei diesen bekommt man 100 Stückchen für einen Thaler, etwas weiter 80, dann 60 u. s. w. Am Hofe gelten 10 und in einigen sehr entfernten Landschaften 3 ein Decime genanntes Geldstückchen. Man schätzt in diesem Lande das Salz so sehr, dass jeder davon beständig ein Stückchen bei sich trägt. Begegnen sich zwei Freunde, so zieht jeder sein Salzstückchen heraus, giebt es dem andern zu lecken und steckt es dann wieder ein.“ Noch jetzt gilt

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 3, S. 1118Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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