Ranavälona, Name zweier Königinnen von Madagaskar. 1) Ranavalona-Manjaka bestieg nach der Ermordung ihres Gatten, Radamal, 1828 unter dem Namen Ranavalonal. den Thron. Mit einer Blutthat hatte sie ihre Herrschaft begonnen, und auch ihre ferneren Handlungen waren eine ununterbrochene Kette blutiger Thaten. Während der 25 Jahre ihrer Regierung war das Land fast vollständig von allem fremden Einfluss isoliert; der Handel wurde ausge: schlossen, das Christentum grausam verfolgt. Ihr Geliebter, Adrian Mihaza, dem sie die Krone verdankte, wurde von Rainiharo ermordet, und die Königin, weit entfernt, den Mörder zu strafen, räumte ihm die Stellung seines Opfers ein, in welcher er fortan 15 Jahre lang der unumschränkte Beherrscher des Reiches war. Ihm folgte als Liebling der Königin und allmächtiger Minister Rainizaire, auf dessen Befehl ungezählte Tausende hingeschlachtet wurden, und die durch sein Beispiel fanatisierte Königin ergab sich nun erst völlig ihren blutigen Instinkten. In ihren letzten Resierungsjahren wurde auch die berühmte Reisende Ida Pfeiffer auf Madagaskar eingekerkert und brachte aus ihrer langen Gefangenschaft den Todeskeim nach Hause. Sie war in Gesellschaft eines Franzosen namens Lambert angekommen, der eine grosse Rolle auf der Insel gespielt hat. Es war ihm gelungen, bei einer Revolte der Königin dadurch einen wichtigen Dienst zu leisten, dass er ihr eines seiner Schiffe zur Verfügung stellte, um die Besatzung des von den Aufständischen eingeschlossenen Tamatave von der Neeseite aus zu verproviantieren. Er gewann die Gunst der alten Königin und das volle Vertrauen ihres Sohnes Rakoto (Radama II.) und wurde schliesslich von diesem nach Frankreich geschickt, um mit Napoleon III. einen geheimen Schutzvertrag zu schliessen. Der den Greuelthaten abholde Prinz gedachte mit französischer Hilfe Rainizaire zu beseitigen, aber Napoleon, dem damals die Freundschaft Englands unentbehrlich war, lehnte jede Einmischung im die Angelegenheiten der Hovas, welehe einem Eingriff in englische Rechte ähnlich sehen konnte, ab. Prinz Rakoto beschloss nun, den verhassten Minister selbst zu beseitigen, und er und sein Blutsbruder Lambert zettelten eine Verschwörung an. Dieselbe wurde jedoch verraten und alle europäischen Teilnehmer, darunter auch Frau Pfeiffer, zum Tode verurteilt, nachträglich aber von der Königin zur Verbannung aus dem Reiche begnadit. Der Rest der Regierung Ranavalona’s verlief ohne Störung der Ruhe; sie starb in der Nacht vom 14. zum 15. August 1861. Ihr folgte ihr Sohn Rakoto als Radama I: 2) Ranavälona-Manjaka II. bestieg 1868 den Thron nach dem Tode der Königin Rasoherina. Unter dieser, heute noch regierenden Königin haben Volksbildung und Zivilisation grosse Fortschritte gemacht, aufgeklärte An- - sichten über Moral, Humanität und Religion verbreiten sich durch die Lehren englischer Missionäre in wün-Schenswertester . Weise und bringen auf friedlichem Wege eine vollständige Umwälzung der Gesellschaft hervor. . Ranguia, kleiner Küstenfluss West-Aquatorial-Afrikas, mündet von Norden her in das Gabon-Ästuarium.