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ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Hovas, das gegenwärtig fast die ganze Insel Madagaskar beherrschende Volk, in Sprache, Körperbildung und Hautfarbe fast ganz malaiisch, klein und zierlich gebaut, mit olivenfar biger Haut und schwarzem schlichtem ae sie leben im Innern der Insel, haben feste Wohnsitze, treiben Tandhaı und Viehzucht und sind geschickte Handarbeiter,' verstehen sich auf Weberei, Metallarbeiten, selbst Bijouen. Die H. sind heidnisch, indessen giebt es aus der Zeit, wo unter König Radama das Öhriston tum eingeführt wurde, auch manche Christen” unter ihnen. Die H. führten, nachdem ihnen die Erober ung M adagaskars gelungen war, ein sehr Kompliziertes, für die unterworfenen Viölkerstänme drückendes Regierungssystem ein, dessen Aufrechterhaltung in der Bel durch befestigte Posten und Besetzungen durchgeführt wird, wozu eine macht von etwa 4050 000 Mann, welche teilweise europäisch organisiert ist, die Mittel bietet. Nur die (schwarzen) Sakalawas haben sich mit teilweisem Glück in der neueren Zeit zu befreien gesucht. Die H. teilten Madagaskar in etwa 20 Provinzen ein (Vahimarina im Norden, Iboeni oder Boeni, Ambongo, arena Mahafaby, Andtoy, Anosy, Betaninana, Mahavelona, Ivongo, Maro, Ankoy). Dem H. -Stamme gehört das regierende Fürstenhaus“ in Madagaskar an. Viel für die Kultur des Und: that der H.-Fürst Radama, der durch englische Missionäre Schulen, eine Buchdruckerei gründen liess, auch die Residenz Antansnariyn erbaute, Unter der ihm folgenden Gemahlin Ranawala begannen die Franzosen (die schon 1649 auf der damals von ihnen „Isle Dauphim“ genannten Insel Fuss gefasst hatten), die Gründung von Niederlassungen auf Madagaskar, erreichten aber bis zur Stunde nur sehr geringe Vorteile.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 2, S. 563Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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