FeedSaint-Louis
ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Saint-Louis (bei den Eingeborenen Andar), Hauptstadt der französischen Niederlassung am Senegal, auf einer durch diesen Fluss, 15km von dessen Mündung gebildeten Insel gleiches Namens; ca. 15000 Einw.; regelmässig gebaut mit schnurgeraden Strassen; Sitz des Gouverneurs, eines apostolischen Generalvikars, des Gerichtshofes; Kathedrale, Kloster (der Schwestern vom heil. Joseph), arabische Schulen (darunter die von Faidherbe errichtete „Schule der Geiseln“) und Hospital; Fort und Kaserne; grosse Warenmagazine auf den Kais; Brücken über den Hauptarım des Senegal und nach dem gegenüber auf dem Festlande gelegenen Dorfe Guet N’dar; 16 km von Saint-Louis, bei Lampsar, befinden sich die Anfangsbauten zu einem grossen Wasserreservoir, von welchem aus das Trinkwasser durch einen Kanal nach der Insel geleitet werden soll. Durch Faidherbe erhielt Saint-Louis auch eine Druckerei, in welcher das Annuaire du Senegal, sowie ein offizielles Journal: Le Moniteur du Senegal, gedruckt werden. — Neuerer Zeit wurde es mit Dakar durch Eisenbahn verbunden. — Saint-Louis liest in 16% 1‘ nördl Br. und 5 m Seehöhe; die mittlere Jahrestemperatur ist 23.2; der kälteste Monat ist der März (19.1), der wärmste der September (28.1); die mittlere jährliche Summe der Niederschlagshöhe ist: 40 cm, der Niederschlagstage: 35.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 3, S. 1115Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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