
Seychellen, Gruppe von 29 Eilanden zwischen 30 30° u. 50 35 südl Br. und 550 15° u. 560 10° östl, L. Die Portugiesen entdeckten sie zu Anfang des 16. Jahrhunderts und nannten sie die Sieben Brüder, aber die Inseln blieben nachher unbeachtet bis 1742 einige französische Ansiedler von Mauritius hierher kamen. Seit 1814 gehören sie zu England. Die grösste Insel der Gruppe ist Mahe (2!/, QMeile) oder Viktoria mit der gleichnamigen Hauptstadt. An ihrer Ostseite liegt eine prächtige Bai, Port Viktoria, einer der besten Häfen der Welt, in welchem ganze Flötten sicher . vor Anker liegen können. Die Inseln ruhen auf Sand und Korallen, ‚sind gebirgig, gut bewässert und bewaldet, das Klima mild und ‚gesund, der Boden ungemein fruchtbar, aber die Eingeborenen sind ein träges, aller Arbeit abholdes Volk, das die Gewürznelken am Boden verfaulen lässt, weil es zu faul ist, sie einzuernten. Der Boden kann alle tropischen Produkte liefern. Man trifft auf den Inseln sehr gute Baumwolle, vortrefflichen Tabak, Reis, der besser ist als der indische, Kaftee, Zuckerrohr, Gewürznelken, Zimmt, Brotfrucht, Apfelsinen, und die Wälder liefern prächtiges Schiffsbauholz. Nur hier wächst der Salomons- oder Meerkokosbaum (Coco do Mar, Lodoicea Sechellarum), jedoch bloss auf den drei Inseln Praslin, Curieuse und Ronde reift die Frucht, welche zumeist doppelt ist und manchmal auch eine drei- oder auch vierfache Nuss bildet. An den Küsten der Inseln kommen Potfische sehr häufig vor, weshalb diese Gewässer auch häufig von Walfischfahrern besucht werden, welche jedoch nicht hier, sondern erst auf den Komoren anzulegen pflegen. Die Ausfuhr von den Seychellen ist sehr unbedeutend und eine bessere Ausnutzung des fruchtbaren Bodens wäre nur dann zu erwarten, wenn Arbeiter aus Indien in grösserer Zahl eingeführt würden, welche die Arbeit übernähmen, zu der die Eingeborenen zu faul sind.
