FeedTuschilange
Handwerk & GewerbeAfrika Hand-Lexikon 1885

Tuschilange, Land des Häuptlings Mukenge im Kongogebiet. Das Land der T. ist eine wellige koupierte, fruchtbare Ebene, durch welche zahlreiche Wasserläufe in tiefen Schluchten dahinfliessen. Der westliche Teil ist reich an Waldbeständen, im östlichen herrscht vorwiegend die Kampine vor. Das T.-Land bildet somit den Übergang aus dem Savannenwaldgebiete Westafrikas zu den im zentralen Teil vorherrschenden Prärien, die vom Lulua aus nach Osten sich ausbreiten. Überall wird Feldbau in ausgedehntem Masse betrieben; Maniok, Mais, Hirse, Erdnüsse und Bohnen werden hauptsächlich angebaut, daneben noch Tabak und ganz besonders Hanf, denn die T. sind leidenschaftlich dem Rauchen dieses stark narkotischen und berauschenden Getränkes ergeben, eine Sitte, welche mit religiösen Vorstellungen zusammenzuhängen scheint. Viehzucht wird dagegen gar nicht betrieben. Rindvieh ist vollkommen unbekannt, das Züchten von Ziegen und Hühnern ist verboten. Auch der Anbau von Bananen und Ananas ist nicht gestattet, vermutlich aus religiösen Bedenken. Der Handelsartikel, welcher am meisten von den T. an die Bangala und Kioko ausgetauscht wird, ist neben Sklavinnen besonders Kaut-. schuk, der ohne besondere Mühe in den ausgedehnten Wäldern gewonnen wird. Elfenbein wird selten zu Markte zebracht, weil Elefanten in dieser Gegend fehlen. Von Palmen kommen vier Arten vor, sie wachsen in den Wäldern wild, werden aber auch in den Dörfern angebaut; sie werden jetzt von den T. nur zum Gewinnen von Palmwein verwendet.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 3, S. 1292Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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