Zwergvölker (die Pygmäenvölker des Altertums), zerstreut über den afrikanischen Kontinent “wohnende Völkerstäimme, welche sich durch ihre geringe Körpergrösse auszeichnen. Homer, Hesiod, Plinius und Aristoteles erwähnen derselben schon in allerhand unsicheren und märchenhaft aufgeputzten Mythen, während sie von Herodot in kritischer Weise behandelt und als „an einem der Ingeir oder Wüstenströme der mıttlern Sahara lebende Leute unter Mittelgrösse* geschildert werden. Man kennt von ihnen jetzt die Akka oder Tikki-Tikki, durch Schweinfurth und Marno im Gebiet des Uöällestroms; die Abongo oder Obongo, durch Koelle, du Chaillu, ©. Lenz u. Falkenstein an den Ogowe-Ufern; die Doko im Süden von Schoa durch Krapf, Harris und Hartmann; die Buschmänner oder San, durch Hahn, Fritsch u. a. aufgedeckt und als lebende Repräsentanten jener schon dem Altertum bekannten „Kleinmenschen“ nachgewiesen. Man findet in den Werken der Reisenden noch anderer Z. gedacht, z. B. der Bakka-Bakka an der Loangoküste, der Dongo am Settefluss, der Kenkob oder Bettan im Lufumland, der Mala-Gilage im. Süden von Bagirmi, der Doko und Berikimo im Osten u. s. w. . Alle diese Völker sind, nach dem Urteil des Dr. Lenz, nur Teile eines ursprünglich grossen Negervolks, das vielleicht die ursprünglichen Bewohner, die wahren Autochthonen des äquatorialen Afrika bildete und von zuwandernden Stämmen verdrängt und zersprengt worden ist. „Das, was man Z. nannte, existiert also wirklich als eine Reihe zerstreut lebender Negerstämme, die, physisch und geistig degeneriert, ein unstetes Leben führen; nur sollte man bei diesen Zigeunern unter den Negern vorsichtiger mit dem Worte ‚Zwerg‘ sein, da sich daran Vorstellungen knüpfen, die den thatsächlichen Verhältnissen nicht entsprechen etc.“ Abai, Quellfluss des Blauen Nil. Adualfil, grosses Dorf der Draa-Oase, von dem aus beträchtlicher Handel mit dem Sudan getrieben wird. Afrikyiah, Teil des Mashreb von Budschia bis zum tripolitanischen Hochplateau von Barka. Aguallet, die Körner der Koloquinthen, die von den Tibbus auf die Märkte gebracht werden. Akika (oder Ibia), eiserne Platten, die ein Dreieck bilden und einen. etwa 5 Zoll langen eisernen Stiel haben. In der Haussasprache heissen sie Agelemma und gelten als Umlaufsmittel am untern Benuö. Sie waren schon in der Mitte des 17. Jahrhunderts vorzugsweise beim Sklavenhandel'in Gebrauch. Albuam, Hauptort der Oase Ta-Aleyu Amba, Stadt in Schoa. Alhucemas (d. h. Lavendel), Fort und Insel, eine der spanischen Presidios. Assauad, Oase nordöstlich von Timbuktu. Aximba Point, Ostküste (Mosambik), 120 38° südl. Br. Azania nannte man in Europa die Sansibarküste während der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung. Azezo, Stadt von 50V) Einw. in der Nähe von Gondor. Babisa, zwischen dem Westufer des Nyassa und dem Bangweolo, vom Lokuschwa bis zum Südufer des Tanganjika weithin zerstreutes Volk, welches nach Livingstone aussieht, „als ob sie mit Buschmannblut gemischt seien“, ıtrag. Badema, in der Nähe der Kebrabasa zerstreut lebendes Volk, offenbar versprengte Manganja irgend eines Stammes. Baento (Bapedi), unter 240 südl. Br. ansässiges Volk. Bagidä-Stadt, s. unter Bagidä-Strand. Bagidä-Strand, Ort an der Togoküste, der seit 1880 stetig an Bedeutung gewonnen und sich aus einem nur wenige Hütten zählenden Dorfe zu einem lebhaften Handelsplatz entwickelt hat, während das weiter landeinwärts gelegene Bagidä-Stadt, wo sich früher die Faktoreien befanden, immer mehr verfällt und heute nur noch ein Dorf ist. Bahiudawüste, in der grossen Krümmung des Nils unterhalb Chartum, auf der linken Seite des Flusses. Bakhwiri, nördlich von den Dualla, vom rechten Ufer des Kamerun bis zum Fusse des Kamerungebirges wohnendes Volk, den Dualla zwar nahe verwandt, doch auch in manchem von ihnen verschieden. Die B. des Gebirges sind „harmlose, gutmütige, wohlgebildete Menschen“. Sie leben patriarchalisch unter ihrem Oberhaupte, das für gewöhnlich keine grössere Macht zu beanspruchen scheint als irgend ein anderer Einwohner. Wo sie mit Weissen in Berührung kamen, sind sie in moralischer Beziehung gesunken. In der Kolonie Viktoria, deren Bewohner als habgierig, falsch und unzuverlässig geschildert werden, leben Jedoch nicht bloss Bakhwiri, sondern auch viele Flüchtlinge aus Kamerun. Bakunduland, nördlich vom Kamerungebirge; ist erst durch die Expedition bekannter geworden, welche Rogozinski in dasselbe unternahm. Balempa, sehr verachtetes Volk im Limpopogebiet. Sie verkehren wenig mit der andern Bevölkerung, üben die Beschneidung, essen mit Leuten andern Stammes nicht aus einem Topfe.. Karl Mauch fand in ihren Gesichtszügen „eine auffallende Ähnlichkeit mit dem israelitischen Typus“, wobei selbst die „skrofulös entzündeten Augen“ nicht fehlen. Bandjeru, ein von den Nama-Hottentotten etwas verschiedener (wenigstens im Dialekt von ihnen abweichender) Stamm, der in den Kämpfen unter Jonker Afrikaner nahezu vernichtet wurde. Bapedi, s. Baento. Baroekwa, ein verkommener Zweig der Batonga, die an den Nordzuflüssen des Limpopo von Raub und Diebstahl ihr Leben fristen. Sie sind Nachbarn der Baroka. Baroka, ein aus Leuten verschiedener Stämme bestehendes Volk an den Nordzuflüssen des Limpopo. In einzelnen Hütten zerstreut lebend, nähren sie sich kümmerlich von Fischen und Schildkröten, von Wild, das sie den Raubtieren abjagen, und von Wurzeln und Beeren. Baschapatani, südlich vom Sambesi, um die Mündung des Quagga ansässige Reste eines Volkes, das offenbar ein Zweig der Makalaka ist. Basesse, Bewohner der Inseln längs der Küste von Uganda. Baswa, Bewohner der Inseln bei den Stanley- Fällen. Baveko werden die Bakuba von ihren Nachbarn am Ngami-See genannt. Belanda, Nachbarvolk der Njam-Njam und des Bongolandes: Bell, King, der mächtigste Häuptling im Kamerungebiet, noch tief im Innern des Landes gefürchtet, ein aufrichtiger, treuer Freund der Deutschen. Wie alle Könige und Häuptlinge am Kamerun ist auch er Kaufmann. Im Verkehr mit den Weissen hat er sich ziemlich zivilisiert und trägt auch europäische Kleidung, die er nur noch in Kriegszeiten mit der Nationaltracht vertauscht. Die Intriguen seiner Feinde, welche ihn stürzen wollten und deshalb während seiner Abwesenheit das Gerücht verbreiteten, er habe von den Deutschen empfangenes Geld nicht wie üblich mit seinen Unterthanen geteilt, wurden bekanntlich die Veranlassung zu dem Einschreiten der deutschen Schiffe „Bismarck“ und „Olga“, welches mit der Zerstörung von Old King Bells Town und Joss-Stadt endete. Bell-Leute, im Kamerungebiet, die Unterthanen des Königs Bell. Bellstadt, s. v. w. Bell-Town. Während des Aufstandes von Elami-Joss .und Lock-Prisso, welche König Bell zu stürzen gedachten, wurde Bellstadt am 15. Dezember 1884 von den Aufständischen eingeäschert. Bergenaers, Stamm der Griqua. Eine Schar der letzteren unter der Führung von Buys wanderte in den zwanziger Jahren nach den Bergen auf der Grenze der Kapkolonie aus. Ihre Nachkommen sind die Bergenaers. Bezänozano oder Tankäy, Stamm auf Madagaskar, welcher den Ankay genannten unbewaldeten Landstreifen im östlichen Teil der Insel bewohnt. Ein grosser Teil der Männer beschäftigt sich mit dem Warentransport von der Küste ins Innere, da sie wegen ihrer ungewöhnlichen Körperkraft zum Trägerdienst besonders geeignet sind. Sie sind dunkler gefärbt als die Hova und Betsileo und zeigen in vielen Einzelheiten Berührungspunkte mit ihren nördlichen Nachbarn, den Sihänaka. Biasse, kleines Industriedorf im Togogebiet. Bica, Gebiet im Norden des Sambesi, gegen Westen an das Balualand grenzend; durch Silva Porto besucht. Bimbia, Fluss im Kamerungebiet, eine Abzweigung des Mungo. Er windet sich am Fusse der Kamerunberge entlang nach dem Meere hin und steht mit dem Ästuarium des Kamerun durch zwei Arme, den Matumal und Mordekai in Verbindung. Seine Mündung ist 2 km breit, aber vor derselben lagert eine Barre; hinter dieser ist das Fahrwasser 6 m tief, Die Ufer des Flusses sind von Mangroven ‘bedeckt und von zahllosen Silberreihern, Eisvögeln und Wasservögeln aller Art belebt. Bissel, Kap, an der Ostküste der Somalihalbinsel. Deckens „Wolf“ erlitt. dort seine erste schwere Strandung. Bissombo, Flüsschen im Bicagebiet. Boana, Bergdorf im Kamerungebiet, seit 1885 zu Viktoria gehörig. Boazuru, kleine Insel im Nyassa-See. Bolobo, Dorfund Station am Kongo. „Die Station liest auf der Höhe eines direkt vom Flussufer aufsteigenden Steilufers. Der Ort besteht aus einem grossen mehrstöckigen Gebäude, welches zugleich als Wohnung für die Weissen und als ihre Festung im Falle eines Angriffs dient, und aus einer Zahl kleinerer, um das Zentrum gruppierter Wohnungen, wo die Sansibarer und Kruleute wohnen.“ Der Aufenthalt in Bolobo ist sehr .unangenehm, da die Moskitos in. un-Slaublichem Grade häufig sind. Bomote, Ort im Kamerungebirge; Protektoratsvertrag durch H. Zöller im Januar 1885 abgeschlossen. Bongala, Bergdorf im Kamerungebiet, 1885 von der Baptistenkolonie Viktoria einverleibt. Bongandjo, grosses Dorf am Südabhang des Kamerungebirges, mit dessen Häuptling H. Zöller im. Januar 1885 einen Protektoratsvertrag ‚abschloss. Bonganga, Ortim Kamerungebirge, durch H. Zöller im Januar 1885 unter deutsches Protektorat gebracht. Bonjemal, Ort im Kamerungebirge, mit dessen Häuptling H. Zöller im Januar 1885 einen Protektoratsvertrag schloss. Bonjoko, Ort im Kamerungebiet; kam durch mit H. Zöller im Januar 1885 abgeschlossenen Vertrag Unter deutsches Protektorat. Bonjongo, Bergdorf im Kamerungebiet, seit 1885 zu Viktoria gehörig. Borizäno, eine der zwei grossen Klassen, in welche die sogenannten Freien auf Madagaskar zerfallen. Sie bilden den Zivilstand, während die Miäramila die Militärklasse sind. Beide können übrigens von der Regierung zu allerlei Arbeiten herangezogen werden, müssen z. B. in den Wäldern Holz fällen, dasselbe meilenweit fortschaffen, in den Steinbrüchen arbeiten u. s. w. Diese Arbeit, Fänompoana (Dienst) genannt, gilt mit Recht für das grösste Hindernis jeden Fortschritts im Lande, weil sie jedes Talent und Genie unterdrückt. Bouvet, s.: Circumeision Island. Bua, Volk im Kongogebiet. Bubye, Zufluss des Limpopo. .In seinem Mittellauf sind seine flachen Ufer jenen des Limpopo sehr ähnlich. „Häufig findet sich an ihnen eine stammlose Fächerpalme, aus deren Herzschossen ein Getränk gewonnen wird, welches neuem, bereits etwas in Gährung übergegangenen Wein nicht unähnlich schmeckt. Ihre Blätter werden von den Eingeborenen zu verschiedenen Flechtwerken benutzt, und durch Auskochen der dunkelgrauen, ins Grünliche sohinimernden: Erde unter leicht brechender dünner Salzkruste bereiten die Eingeborenen ein ziemlich gutes Salz.“ Unter den Völkerschaften, welche am B. wohnen, erwähnt Mauch auch die knopfnasigen Kaffern, welche er Bahloekwa nennt. "Bullikova, Ort im Kamerungebiet, mit dessen Häuptling H, Zöller im Januar 1885 einen Protektoratsvertrag schloss. Büttner, C. G., war lange Zeit als Missionär im Damaraland thätig, wohin er vor Kurzem mit Dr. Göring als Reichskommissar zurückkehrte. Durch ihn und Dr. Göring wurde am 21. Oktober 1885 der Vertrag geschlossen, durch welchen Maharero sich und sein Land unter deutschen Schutz stellte. B. schrieb: „Das Hinterland von Walfisch - Bai und Angra-Pequena*, Heidelberg, 1884; viele wertvolle Aufsätze über das Damaraland sind in Zeitungen zerstreut. Bwea, grosser Ort im Kamerungebirge. Der von H. Zöller schon fast erreichte Abschluss eines Protektoratsvertrags wurde im letzten Augenblick durch die Intriguen der Viktorianer und des Polen Rogozinski vereitelt. Bey, der englische Name für Gross- (s. d.). Cabeca de Cobra (d. i. Schlangenkopf), portugiesische Handelsniederlassung 80 km südlich vom Kongo. Cacimbas heissen die Brunnen, welche in Mossamedes im Sande der ausgetrockneten Flüsse gegraben werden, ‚Calumbo, schon 1577 gegründetes Dorf an der Mündung des Coanza, Lebhafter Handel mit den Stationen im Innern. Camwood, in der Geschäftssprache die Bezeichnung für die Rinde von Baphia nitida. Aus dieser und. vielleicht auch anderen Baphial- Arten wird eine rote Farbe gewonnen, mit welcher die Kongovölker die Nägel, das Haar, zuweilen auch den ganzen Körper färben. Cavallyflus, 14 Meilen östlich vom Kap, 75 engl. Meilen weit auf- - wärts fahrbar; gefährliche Barre. Chadedschah, ‚kleine Handelsstadt in Bornu. Chely-Kofe, Dorf an der Mündung des Volta; englische Kohlenstation. Christiansborg, Veste, welche die Dänen an der Goldküste besassen. Nahe derselben lag die Aussenveste Fredericksborg bei Tescha oder Tassy. Circumeision Island, Insel im südlichen Teil des Indischen Ozeans, zuerst 1825 von 'einem Walfischfahrer besucht und als Liverpool Island für England in Besitz genommen. Citideb, kleine Stadt in Marokko; Weberei und Lederarbeiten. Comey, s. Custom Bar. Como, nordöstlicher Zufluss des Gabon. Coralines, für die Korallenfischerei ausgerüstete kleine Fahrzeuge. Aus Genua, Toskana, Neapel und Spanien kommen jährlich viele C. an die tunesische Küste. - Cormantine (Cormantyn), Ort an der Goldküste; hier früher das holländische Fort Amsterdam. Crew, s. v. w. Kru, Gemäss sur Palmöl in Kamerun. Curieuse, Insel der Seychellengruppe. Custom Bar, an der Mündung der ÖOlflüsse an die Häuptlinge zu zahlende Abgabe. Wattelland, Beled el Dscherid, in weiterem Sinne die lange Reihe Oasengruppen südlich von dem Gebirgsdamm, welcher sich von der atlantischen Küste bis zum Gestade der Syrte hinzieht; diese Region der Dattelpalmen erstreckt sich über Tafilelt, Wargla, Tuggurt, Nufta, Triden Nil. Im engern Sinne versteht man unter D. das Land im Süden der Gebirgsregion von Tunesien, wo die besten Datteln wachsen, so namentlich in den Oasen von Toger und Nefta. Diego Alvarez (Goughs Island), unbewohnte Insel im südatlantischen Ozean, ca. 40% 191/,‘ südl. Br. und 90 44° westl. L. Unsicherer Landungsplatz. Diköa, Ort in Adamaua; liefert Baumwollfabrikate. Dixcove, Ort an der Goldküste; die Engländer besassen dort früher ein Fort. Doko, nach Krapf (Reisen in Ostafrika) ein Zwergvolk in der Nähe des Baro-Seees, von welchem Krapf selbst einen etwa 4 Fuss hohen Mann sah. Dogo heisst im Suaheli „klein“. Doverklippen, schroffe Abstürze am nördlichen Ufer des Stanley-Pool. „Sie gleichen“, schreibt Johnston, „mehr der Gegend um Lyme Regis, in Dorset und Devon, als den steilen und mehr zerrissenen Klippen von Dover.* Dualla, Volk am Kamerun, zum Bantustamm gehörig, ein Handelsvolk par excellencee, welches den Vorteil wohl auszunutzen. versteht, den ihm seine Wohnsitze an der Flussmündung bieten. Die D, haben den ganzen Handel am Kamerun monopolisiert, und die Kaufleute können augenblicklich noch bloss durch ihre Vermittelung mit den Stämmen im Innern verkehren, aus deren Gebieten das Elfenbein, Palmöl, die Palmkerne und Erdnüsse kommen, welche den Haupthandelsartikel am Kamerun bilden. Die D. besitzen grosse, freundliche Dörfer, welche sich durch die Reinlichkeit,die sowohlin den Strassen als ın den Häusern herrscht, auszeichnen. Die auf einem 2—3 Fuss bohen Untergrund vonfestgestampftem Lehm ruhenden Häuser bestehen aus Flechtwerk, die Wände sind mit den Schalen der Bananenstämme überkleidet, das schräg aufsteigende Dach mit Palmenblättern bedeckt. Eine Familie bewohnt stets mehrere Hütten: eine dient dem Familienoberhaupt zur Wohnung, andere sind den Weibern und Kindern eingeräumt oder werden als gemeinsamer Kochraum benutzt. Reichere Neger, so auch die „Kings“, besitzen hölzerne Häuser mit grossen Fenstern, einer Thür, welche sich in Angeln dreht, und einer Veranda; im Innern ihrer Häuser findet man allerlei europäischen Komfort, Sofas, Kommoden, Schränke ete. In der nächsten Umgebung der Häuser findet man Öl- und. Kokospalmen, Mangobäume und Plantains.. Die reichen D. halten Sklaven, Buschnigger oder Nigger genannt, welche die Pflanzungen bestellen müssen und in kleinen Hütten wohnen, die hinter den Uferdörfern liegen. Die Zahl derselben ist; verhältnismässig gross, aber der Egbo (s. d.), dessen Macht hier noch in voller Blüte steht, sorgt dafür, dass sie den Freien nicht gefährlich werden. Die Sklaven müssen auch mit in den Krieg ziehen, und sie kommen dabei stets schlecht weg, da ihr Leben nicht so geschont wird, wie das der Freien. „Jede der kriegführenden Parteien sucht gleich zu Beginn der Feindseligkeiten einige Leute aus dem feindlichen Dorfe abzufangen, die als Geiseln betrachtet werden. Tötet der Feind seine Gefangenen, so werden auch seine in Gefangenschaft geratenen Angehörigen getötet. Ebenso muss für jeden . Mann, der im Kampfe den Tod findet, einer der Gefangenen sein Leben lassen. Dadurch sind die Freien gegen einen schlimmen Ausgang ihres Kriegszuges ziemlich assekuriert, da die vielen abgeschoössenen Kugeln selten ihr Ziel treffen und Gefangene möglichst geschont werden, so lange der Feind auch welche besitzt, die Sklaven aber werden von beiden Teilen als Kanonenfutter betrachtet. Ihr Los hat sich. zwar durch den Einfluss der Missionäre und den Umgang der Eingeborenen mit den Euro opäern Schon wesentlich gebessert, aber trotzdem kommen Abschlachtungen von Sklaven auch heute noch oft genug vor. Der alte König Wilam von Bimbia, erzählt Buchholtz, der beinahe 100 Jahre alt geworden sein soll, war schliesslich or SO. schwach, dass er stündlich seinen Tod erwarten konnte. Man hatte daher schon längst für das Totenopfer nach seinem Tode gesorgt und von einem benachbarten Stamm einen . Sklaven gekauft, der geopfert werden sollte. Als der Häuptling gestorben war, beauftragte man den Sklaven, angeblich für den Häuptling ein Grab zu graben. Als er es gegraben hatte, warf man ihn zu Boden und schüttete so viel Erde auf ihn, dass der Unglückliche lebendig begraben wurde. Auch Herr Johannes Thormählen berichtet, dass er von seiner Hulk aus oft Zeuge von Abschlachtungen Unschuldiger war. Man brachte dieselben zur Zeit der Ebbe auf eine Sandbank in der Nähe der Hulks und schnitt ihnen den Kopf ab. Herr Thormählen hat auch gesehen, dass die Leichen geschlachteter Kriegsgefangenen von den Siegern verspeist wurden. Auch dem deutschfreundlichen König Bell werden schlimme Dinge nachgesagt, die sich mit seiner Tapferkeit und den anderen Charaktereigenschaften, ‘ die ihm beigelegt werden, nicht gut vereinigen lassen. So soll er — was übrigens auch andere Häuptlinge thun — einigen seiner eigenen Sklaven die Köpfe abgeschlagen haben, um von einem erfolglosen Zuge gegen ein feindliches Dorf nicht ohne Trophäen heimzukehren. Die Sklaven werden entweder auf Kriegszügen oder durch Kauf (durchschnittlich 1 Pfd. St.) erworben. In ihnen und den Frauen beruht der Reichtum der Familie. Da die Dualla ihre Frauen kaufen, besitzt ein mit Töchtern reich gesegneter Familienvater in diesen oft ein bedeutendes Kapital. Für eine Frau werden durchschnittlich 900 bis 1200 Mark gezahlt, aber angesehene Männer erzielen in der Regel viel höhere Preise für ihre Töchter. Der Mann kann über die Frau nach Gutdünken verfügen, kann sie verschenken oder verkaufen, Ja auch verleihen. Die Behandlung der Frauen ist bei Reichen und Armen eine schlechte, ihr Los von dem der Sklaven kaum verschieden. „Sie werden,“ schreibt Buchholtz, „verkauft als Ware; bei den gewöhnlichen Negern werden sie als Lasttiere behandelt und danach auch ihr Wert angesehen.* Grosse Kosten verursacht dem Manne der Ehestand nicht, denn die Toilette einer Kamerunschönheit ist sehr einfach: ein Stück Lendentuch bildet die Kleidung, und die Ohrgehänge in den auf Daumesbreite durchbohrten Öhrläppchen ersetzt gewöhnlich — eine Rolle Schnupftabak, in ein Stück Papier oder ein trockenes Blatt gewickelt. Da Männer und Frauen leidenschaftlich schnupfen (einen sehr starken Tabak, den sie selbst bereiten), so dient die Tabaksrolle in den Ohrläppchen als angenehmes Reizmittel. Spirituosen ist auch das weibliche Geschlecht nicht abgeneigst, ganz besonders aber kultiviert es das Rauchen, während die Männer sich meist auf den Schnupftabak beschränken. Durch solche kleine Leidenschaften kann allerdings auch am Kamerun die Kasse eines Eheherrn mehr in Anspruch genommen werden als diesem lieb ist, namentlich wenn er, wie die Könige Bell und Aqua, eines Harems von etwa 60 Frauen (ihre genaue Zahl können beide selbst - nicht angeben oder wollen es vielleicht auch nicht) sich rühmen kann. In Aquatown kam es vor einigen Jahren zu einem scharfen Konflikt zwischen den Frauen und ihren Männern, weil die letzteren sich etwas knauserig zeigten. Das schöne Geschlecht hatte entdeckt, dass es zu wenig Zeug zum Lendentuch erhalte, und als alle Bitten um mehr Zeug nichts fruchteten, wanderten alle Frauen mit König Aquas Harem an der Spitze aus und suchten Zuflucht in einem benachbarten Orte. Dieser Strike verlief günstig für sie, denn ihre Männer gaben nach, worauf sie zu ihnen zurückkehrten. (Roskoschny, Westafrika.) — Die D. sind grosse Freunde von Festen und Belustigungen. Besonders beliebt sind Wettkämpfe, teils Ringkämpfe bei dem sogen. Parra-Parra-Fest, teils Ruderregattas, welche, wenn sie stattfinden, das ganze Kamerungebiet in Aufregung bringen. Die D. besitzen prächtige Kanoes, und namentlich ihre grossen Kriegskanoes sind reich verziert. In der Holzschnitzerei haben sie sich überhaupt grosse Fertigkeit angeeignet. Ausser Schüsseln, Löffeln, Rudern, kleinen Schemmeln, bei denen Tiergestalten und Köpfe die Stelle der Beine vertreten, verfertigen sie aus Baumstämmen eigenartige Trommeln, welche mit Holzklöppeln geschlagen werden. Durch das Schlagen dieser Trommeln kommen „zwei runde und klangvolle Töne zum Vorschein, welche ebenso häufig eine Terz oder ein anderes Tonintervall ausmachen, Durch Rhythmus und Verschmelzung beider Töne auf dieser Signaltrommel, auf der Elimbe, teilt man sich von Ort zu Ort alle möglichen Erlebnisse gleichsam telegraphisch mit, sei es nun, dass zu einem Wettkampf, zu einem Palaver oder zu einem Tanz aufgefordert wird.“ Besondere Wichtigkeit hat diese Trommelsprache im Kriege. Ausser ihr haben die D. noch eine Geheimsprache, wobei sie sich durch Pfeifen verständigen, Wisengeld kursiert in einigen Ge- ‚genden Afrikas, eiserne Ringe oder hufeisenförmige Eisenstücke in den Nilländern, bei den Djur und Bongo in der Form von Hauen oder von kreisrunden Scheiben. Eisenindustrie. Man trifft in Afrika überall geschickte Schmiede, aber trotz der hohen Entwickelung, welche diese Industrie an manchen Stellen erlangt ‘hat, ist das Eisen doch vielfach noch eine grosse Kostbarkeit. Die besten Arbeiten liefern die Djur‘ und Bongo, bei denen auch der Eisenverbrauch am höchsten gestiegen ist. Die Art des Betriebes der Eisenindustrie ist überall dieselbe, desgleichen die Erzeugnisse derselben, Thornton beschreibt eine Schmiede im Dschaggalande, in welcher er den Meister bei der Arbeit beobachtete. „Seine Hämmer sahen aus, als ob sie von Europa her eingeführt wären, doch versicherte uns der Mann, dass er sie selbst gefertigt habe. Als Amboss dienten einige harte, glatte Steine. Das Gebläse ist doppelt wirkend und besteht aus zwei gegerbten, in Form von Säcken hergerichteten Fellen, deren jedes an seinem untern Ende an der Gabel eines ausgehöhlten, mit einem Stein beschwerten Baumastes festgebunden ist, während: das obere Ende einen langen. Schlitz zeigt, längs dessen zwei flache Stöcke befestigt sind; indem man die Bälge mit der Hand öffnet und emporhebt, schliesst und niederdrückt, erzeugt man einen Luftstrom, welcher durch die Gabelröhre vereinigt und in einen Herd einfachster Art geleitet wird. .... Der Schmied erhitzte eine Rolle dicken Drahtes mit einem lichten Feuer von Blättern und Stroh zu dunkler Rotglut. Während dieses langsam brannte, richtete er seine Zieheisen her, eine weiche Eisenplatte, deren Löcher je nach Bedürfnis durch Hammerschläge verengert oder durch Eintreiben eines glatten Dornes , erweitert wurden. Dann hämmerte er den Draht am Ende dünner, fettete ihn gehörig ein, steckte ihn in: das Zieheisen, spannte das durchgekommene Stück in die Zange, fasste dieses mit der Hand an und beugte sich schnell rückwärts, so dass der Draht ein kleines Stück verlängert ward. Als durch mehrmaliges Wiederholen derselben Arbeit etwa eine Fusslänge des Drahtes verdünnt worden, stand unser geschickter Freund auf, ging an einen zwischen Pfählen befestigten, mit zahlreichen Löchern durchbohrten Pfosten, legte das Zieheisen hinter diesem in eine Kerbe, steckte den Draht durch das Loch, befestigte die Zange wieder am spitzen Ende und zog nun ein grösseres Stück aus. Begreiflicherweise erweiterte sich das Loch in der ungehärteten Ziehplatte ziemlich schnell, und der letzte Teil des Drahtes ging mit Leichtigkeit hindurch;. es gehört also nicht wenig Mühe dazu, um eine ganze Rolle gleichmässig zu ziemlicher Feinheit auszustrecken.“ — Die besten Eisenschmiede Afrikas sind die Völker des äquatorialen Ostafrika und des obern Nil. Vielleicht ist die Kunst zu ihnen aus Ägypten oder- Arabien gekommen. Epome, Gross-, (Gbome) Ortschaft im deutschen Togögebiet, nördlich vom Togö-See. Evongo, Bergdorf im Kamerungebiet, 1885 der Baptistenkolonie Viktoria einverleibt. Falkeninseln, s. v. w. Azoren. Faräjoke, Landstrich zwischen Unyoro und Wadi. Filana, Kap, östlich vom. Hauptausfluss des Niger. .Fiote, die gewöhnliche Landessprache in Loango (s. Fumu). Fishtown, Handelsdorf in Benin (siehe auch F, Seite 428). Fumu, Gegensatz von Fiote. In Loango sprechen noch heute die Vornehmen die Landessprache unter Zumischung besonderer Worte und mit einem eigenen Tonfall, der sie der gewöhnlichen Sprache, dem Fiote, als Fumu gegenüberstellen lässt. Fundi, Faktoren, Sklaven arabischer Herren, denen die Leitung einer Ka- ‚rawane anvertraut ist (Ostafrika). Die Araber aus Sansibar bleiben oft jahrelang in Kaseh (Tabora). im Bezırk Unianjembe -und senden ihre Fundi weit und breit auf den Handel umher. Gasu, „König“ von Bagida. Gbome, s. Epome. Gewürznelken. Die Heimat des. schönen Baumes (Caryophyllus aromaticus), der die @. liefert, sind die Molukken, wo die Holländer sich lange das Monopol des Handels mit G. zu wahren wussten, bis es 1769 dem Naturforscher Poivre gelang, sich heimlich eine beträchtliche Anzahl Bäume zu verschaffen, welche. dann auf den Seychellen und Maskarenen vortrefflich gediehen. In neuerer: Zeit ist der Gewürznelkenbaum auch auf Sansibar und an der Ostküste: Afrikas mit grossem Erfolg angepflanzt worden. Goughs Island, s. Diego Alvarez. Greenhill in Sinoe County, einer der sechs Einfuhrhäfen von Liberia. Gridschi, grosse Ortschaft im Povogebiet am Zusammenfluss der Lagune von Klein-Povo mit jener von Wo, nördlich von Klein-Povo. Vielbesuchter Marktplatz (der Name Gridschi bedeutet Markt), 2000 Einw. Gridschibodschi, Ortschaft im Povogebiet, an der Lagune von Wo, nahe bei Gridschi. Guineapfeffer nannten die Holländer die Kardamonenart Amomum grana Paradisi, nach welcher die‘ Pfefferküste ihren Namen erhielt. Im Handel kam sie als Malaguetta vor. WHahofluss, mündet in den Togö-See; von H. Zöller eine Strecke stromaufwärts befahren. Die vielen’ Fischereidämme hinderten die Weiterfahrt. Hahotia, Ortschaft in Togö6, am Hahofluss. Hambo, Distrikt von Mossamedes, umfasst Galangue und Sambos. Harper, in Maryland County, Einfuhrhafen von Liberia. Helleville, Ortschaft auf Nossi-Be; hier wohnen die wenigen Weissen, die sich auf N.-B, aufhalten. Hddah, Ortschaft am untern Niger, ein Mittelpunkt für den Verkehr der Gegenden unterhalb der Mündung des Benuö; es ist der „Schlüssel zum Niger“, Tdschil, grosse Sebcha (Vertiefung, Mulde), nördlich von der Oase Adrar an der Grenze von Tiris. Ikorodu, Handelsstadt an der Lagune von Lagos, wo die Strassen aus dem Innern her zusammenlaufen und die Kahnschiffahrt von Lagos einen Zentralpunkt hat. Ile Bourbon, früherer Name der Insel Reunion. Ilha do Principe, südlich von der Biafra-Bai gelegene Insel, teils gartenähnlich, teils trefflich ‘bewaldet, 10 engl. Meilen lang, 8 engl. Meilen breit. Angebaut werden Zuckerrohr, Kaffee, Kokosnüsse. Die Insel besitzt ö gute Häfen, deren bester die Bai San Antonio ist, an welcher auch der gleichnamige Hauptort liest. Am Südende dieser Bai .liegt ein gleichfalls sicherer Hafen, die Praya Salgada. Die Praya Grande oder Bai das Aoulhas an der Westküste ist für die grössten Schiffe zugänglich. Inaccessible Island, Inselgruppe, 23 engl. Meilen westlich von Tristan d’Acunha. Die südlichste Insel ist Nightingale. Ein Landungsplatz ist nicht vorhanden. Iniack, Insel in der Delagoa-Bai. Jumbaküste, nördlich von Loango; an derselben liegt der Hafen Majumba. Jumbo, ein gegen 4 Meilen langer Gehirgsstock am Schirwa- See, welcher bis 2130. m .Höhe erreicht. Maffee, am Roten Meer einer der wichtigsten Ausfuhrartikel. Der abessinische Kaffee ist besser als der beste arabische. Die Somali' bringen ihn in Säcken aus Schaf- und Ziegenhäuten an die Küste, namentlich nach Berbera, wo die Hindukaufleute ihn in Säcke aus Hanfzeug oder Dumpalmenblättern umpacken. Die Häute, in denen der Kaffee ankam, werden zur Verpackung von Gummi und Harz benutzt, welche nach Bombay gehen. „Bald nachher sieht man in den Magazinen der Kaufleute von Aden, Mokka, Hodeida und Loheia Dutzende von kleinen Handmühlen in Bewegung; man enthülst damit den Kaffee. Auf das Mischen der verschiedenen Sorten und auch das Verfälschen verstehen sich die Araber ebensogut wie die Europäer. Die Kaffeekaufleute in Mokka sind meistens Hadarmeh, d. h. Leute aus dem südarabischen Hadramaut, die wegen ihrer Ränke und Betrügereien in ganz Arabien im schlechtesten Rufe stehen.“ — Vortrefflichen Kaffee liefert ferner Härrär, der teils aus den Gärten von Härrär, teils aus dem Gebiete der westlichen Gallas und aus .Dschärdschär kommt. In Dschärdschär wächst die allerbeste Sorte. Burton berichtete, dass der . Emir zuweilen die Kaffeeausfuhr untersage, damit der Markt in Berbera nicht überfüllt werde (!).. Auch sei es den Kaffeepflanzern, den Haräsch, verboten, ausser Landes zu reisen, damit die Kunst, den Baum zu pflegen, nicht verloren gehe. — Im deutschen Schutzgebiet in Ostafrika sollen nun auch Versuche mit Kaffeebau unternommen werden. Kakeran, in kleine Stücke geteilte Fetischbilder, welche früher an der Goldküste eine Art. Scheidemünze bildeten, die jedoch von den Europäern nicht angenommen wurde. Kanieby, englische Faktöorei am Gambia. Kap Colatto,;, die Nordspitze der Halbinsel in der Delagoa-Bai, welche der Insel: St. Mary gegenüberliest. Kap Recife, der westlichste Punkt der Aleoa-Bai; Leuchtturm. von dem die Kapkolonie 13 Sorten erzeugt. Die Weinberge liegen meist im eigentlichen Kapdistrikt, Lei Pearl, Stellenbosch, Worcester, Zwellendamm und Georges. Die ersten Reben wurden bald nach 1660 am Kap gepflanzt, doch erst als gegen Ende des 17. Jahrh. Hugenotten ins Kapland kamen, gewann der Weinbau an Ausdehnung. „Im allgemeinen sind die Kapweine höchst ordinär; sie werden nicht gut behandelt oder gepflest, es fehlt an Arbeitern und auch an Holz, so dass man häufig die Reben am Boden hinwuchern lässt; die Trauben bekommen dadurch einen erdigen, unangenehmen. Geschmack.“ Einen gewissen Fruchtgeschmack hat jeder Kapwein, und alle Sorten sind stark, dick und steigen zu Kopf. Nach ihren Eigenschaften und der Farbe unterscheidet man Pontak und Frontignac, sehr süsse Weine, Kap-Madeira . oder Sherry, „Honeypot*“- Wein. . Von der Honeypot-Rebe (Malaga) werden auch viel Rosinen nach Australien ausgeführt. Das berühmteste Weingut in Constantia, der Familie Cloete gehörig, eine uralte Anlage, produziert durchschnittlich nur 150 Hektoliter echten Constantiawein jährlich, welcher zumeist nach Russland, Deutschland und Holland geht. Darnach lässt sich beurteilen, wie viel wirklicher Constantiawein unter jenem ist, der jährlich unter dieser Marke in den Handel kommt. Kaurimädchen heissen in Lagos jene Negerinnen, welche im Dienste der europäischen Kaufleute damit beschäftigt sind, die einzelnen Kaurimuscheln zu durchbohren, sie auf Palmfasern aufzuziehen und so die im Handel üblichen Stränge (string) zu bilden. Kelui, Stamm der Tuareks in der Oase Air. Kibindika, Ortschaft auf dem rechten Ufer des Kongo, etwa 5° s. Br. Kichichi, Ortschaft am linken Ufer der Kongomündung. Kilemba, Hauptort von Urua, nordwestlich vom Kassali-See. Kilimane- oder Kuakua-Fluss, der nördlichste der Deltaarme des Sambesi, der sich 60 englische Meilen von der Küste entfernt vom Hauptstrom abzweiet. Bei Hochwasser kann er von Booten befahren werden, in der trockenen Jahreszeit aber hat er kein Wasser. Kiloa Kissiwani, d.i. Insel Kiloa, s. unter Kiloa, 2. Band, Seite 711. Kiloa Kiwindsche, die zweitgrösste Stadt des Sultanats Sansibar, mit etwa 15 000 Einw. Sie besitzt einen ziemlich unsichern Hafen, in welchem zwar auch grössere Schiffe vor Anker gehen können, der jedoch sehr weit von der Stadt entfernt ist. Mit Sansibar kann sich K. nicht im entferntesten vergleichen, denn ausser dem zweistöckigen Zollhaus besitzt es nur wenige Gebäude von halbwegs städtischem Aussehen. Der Aufenthalt in der Stadt ist wegen der sumpfigen Umgebung ungesund. Kilongo, Ortschaft und Fluss an der Nordgrenze von Loango. 'Kimpoko, Station am Stanley-Pool, bei der nördlichen Einfahrt. Kimpuzu, Ortschaft am Kuilu, unweit Philippeville. Kinchassa, Station am Stanley-Pool, unweit Leopoldville. Kingabakong, Ortschaft am Kamerun, unterhalb der Insel Wuri. Kinghi, Ortschaft am Kuilu, zwischen Stephanieville u. Stanley-Niadi. Kissombi, Ortschaft am. Loango. Kombala, Hauptstadt der portugiesischen Provinz Dihe in Benguela, etwa 140 (portug.) Meilen von der Stadt Benguela entfernt. Kongenstein, Fort bei Addah am Rio Volta, das die Dänen besassen; 1550 mit den anderen Besitzungen Dänemarks an der Goldküste für 10000 Pfund Sterling an England verkauft. Kopalküste nennt Burton die Küste vom Ras Gomani an der Formosa- ‚Bai, 8° südl. Br., bis zum Kap Delgado, 10% 41‘ südl. Br., weil dort überall Gummi teils auf den Bäumen, teils in: losem Erdboden gefunden wird. Koppers, in Altkalabar übliche Wertmesser; früher war ein Koppar ein etwa 8 Fuss langer dünner Kupferstab, der einen Wert von 1 Mark hatte, ‚jetzt ist statt des Kupferstabes ein Messingstab gebräuchlich. Krao, der Name, mit dem Kruleute sich selbst nennen. Ktaua, grosse Draa-Oase, in welcher sich .etwa 100 befestigte Dörfer befinden. Das Dorf Adualfil ist der Ausgangspunkt eines bedeutenden Handels mit dem Sudan. Kulfela, wichtiger Handelsplatz in der Nigerlandschaft Mossi. Die Haussakaufleute bringen von Kano . her europäische Waren, welche meist mit Gold bezahlt werden; auch grosser Umsatz in Gurunüssen. Webbe, Gross-, Ortschaft am südwestlichen Ufer des Togo-Seees im deutschen Togogebiet; 1000 Einw., sehr viele Götzenbilder. Lebbe, Klein-, Ortschaft im deutschen Togogebiet, an der Lagune von Bagida. Lecumbi, Ort im Kamerungebirge. Der Pole Rogozinski hatte dort wider den Willen der Eingeborenen die englische Flagge gehisst, aber diese waren trotz aller Bemühungen Zöllers nicht zu bewegen, einen Protest dagegen zu unterzeichnen, weil man ihnen erzählt. hatte, dass jeder, der eine Feder in die Hand nähme, tot niederfallen würde. Leopoldville, grosse Niederlassung am Kongo, am Südende des Stanley-Pool, zu Ehren Leopold II. von Belgien so benannt; Hauptstation im Kongogebiet. In der Nähe derselben die Niederlassungen der Baptisten- und der Livinsstone Binnenland-Mission. „Oberhalb, unterhalb und rund um die Station liegen ausgedehnte Gärten, Bananenwäldchen und Maniokpflanzungen. “ Lowa, rechter Zufluss des Kongo, oberhalb der Stanleyfälle. Luamo, Zufluss des Lualaba in Manyema. Lutete, Station am Kongo; in der Nähe die gleichnamige „Stadt“ eines mächtigen Häuptlines, die sich durch schön gebaute Häuser auszeichnet. Mländritsära, merkwürdiges Thal auf Madagaskar, 48 km lang, fast 2000 Fuss unter dem Niveau des Landes auf seiner Ost- und Westküste. „Das Thal ist in seiner ganzen Länge mit einzelnen abgerundeten Hügeln besetzt, die es wie kochendes Wasser oder siedendesPech erscheinen lassen, das durch irgend einen seltsamen Prozess plötzlich erstarrt ist.“ Mania, Fluss auf Madagaskar, der einen grossen Wasserfall bildet, dessen Geräusch 10 engl. Meilen weit zu hören sein soll, Mapama, 2500 Fuss hoch gelegenes Bakhwiridorf am Kamerun, wo. .ein Sanitarium errichtet ist, in welchem Fieberkranke Erholung finden. Mapanja, Gebiet am Kamerun, mit dessen „Königs“ H. Zöller im Januar 1835 einen Vertrag schloss, durch den Mapanja unter deutsches Protektorat kam. Matitänana, Fluss auf Madagaskar; bildet einen 500—600 Fuss hohen Wasserfall. Mbinga, Ort im Kamerungebiet,- mit welchem im Januar 1885 ein Schutzvertrag vereinbart wurde. _ Mosasso, König von Mapanja (s. d.). Mossumba, Bergdorf im Kamerungebiet, 1885 der Baptistenkolonie Viktoria einverleibt. Muimba, König von Bwassa (s. d.). Nazareth, einer der drei Hauptarme des Ogowe-Deltas, Delta. Ndango Creek, auf dem linken Ufer des Batanga mündend, verbindet diesen mit dem Lokundje. Ndokohi, Ortschaft am: linken Ufer des Batanga. Näscheas Stadt, auf einer Insel im Batangafluss. Ndunga, Ortschaft am. rechten Ufer des Batanga. Neven Dumont-Wasserfälle, höchster von Zöller erreiehter Punkt des Batangaflusses. Ngale Ngotos-Stadt, am obern Wuri. Ngale Nyamsis Stadt, Ortschaft am obern Wuri, Kamerungebiet. N’Gouiai, Arm des Ogowe oberhalb des Deltas. Niederguinea oder Südguinea wird mit einem wenig zutreffenden Namen die Küste von Kap Lopez bis Kap Negro genannt. Statt der alten Bezeichnung gebraucht man jetzt lieber die Benennung Land der Bundavölker (welche die Bundasprache sprechen), und nimmt die Südgrenze etwa beim Wendekreis des Steinbocks an. Noki, deutsche Station am untern Kongo. Eine von der Afrikanischen Gesellschaft 1884 ausgesandte Expedition, bestehend aus den Herren Leutnant Schulze, Büttner, Kund, Wolff und Tappenbeck erwarb von der Internationalen Gesellschaft einen kleinen Landstrich bei Noki und gründete dort die Station als Stützpunkt für fernere Operationen. Nop oder Nuba, die eingeborene Bevölkerung von Nubien. $. Nuba. Nyamankongs Stadt, auf der Insel Wuri, Kamerungebiet. On, Name der Sonnenstadt Heliopolis am Nil im Alten- Testament (1. Mos. 41, 45). Ophir (l. Kön. 9, 28) suchen einige an der Ostküste Afrikas und glauben es in Sofala gefunden zu haben; andere verlegen es an die Westküste Vorderindiens. Nach Movers ist Ophir-nur ein Kollektirvname für die produktenreichen Küsten des Südmeeres, etwa ebenso, wie heute für ganz Vorderasien der Handelsname Levante gebräuchlich ist. Ovakongo, Zufluss des Tioge, 8. v. w. Okavango. Ovengo Pongo, einer der drei Hauptarme des Ogowedeltas. Palm Point, s. Filana. 'Pendambuko, Ortschaft am Mungo, Kamerungebiet. Pendo Misole, Ortschaft am Mungo, Kamerungebiet. Piketberg, eine der westlichen Divisionen des Kaplandes, 6000 bis 7000 Einw. Pundo-Städte, eine Gruppe Ortschaften am Mungo. Wabat oder Ney-Salee, wichtige befestigte Handelsstadt an der atlantischen Küste Märokkos; Ras el Hadik oder Kap [%antin, grosses Kap unter 320 40‘ nördl. Br. an der Nordwestküste Afrikas. Reade, William Winwood, bekannter Afrikareisender und Schriftsteller, geboren 26. Dezember 1838 zu Murrayfield bei Cxieff in Schottland, studierte zu Oxford; widmete sich zuerst der Romanschriftstellerei, bereiste dann, angeregt durch Du Chaillus Schilderungen, 14 Monate lang (1861—1863) die Westküste von Afrika, wo er hauptsächlich Jagd auf den Goril*: Nach einigen Jahren des: vornehmlich der Medizit. a sich 1868 zum zweitemsiri nach Afrika und gelangte 1869 Yen Sierra Leone aus beim ersten Versuch, die Quelle des Niger zu erreichen, bis Falaba, bei einem zweiten durch das Gebiet von Sangara nach Bure, wobei er den Oberlauf des Flusses mehrmals berührte, Hierbei zeigte er, dass der Niger nur 400 km von Sierra Leone in demselben Gebirge wie der Senegal und Gambia entspringe und schon 160 km stromabwärts schiffbar sei. Als Spezialkorrespondent der „Times“ begleitete er 1873 die Expedition der Engländer gegen die Aschanti, machte die Schlacht von Amoaful und die Eroberung von Kumassi mit, musste aber erkrankt zurückkehren und starb 24. April 1875 zu Ipsden. Werke: „Savage Africa“ (1864); „The African sketchbook* (1873, 2 Bde.). Ferner publizierte, er: „The story of the Ashantee campaign“ (1874), „Comassi*, eine Zusammenstellung seiner Berichte an die „Times“; „The Outcast“ und „The martyrdom of man“ (3. Aufl. 1876). Rhet nennt Barth die Oase Ghat, die östlichste der Tuareksoasen. Riebecksche Expedition, von dem im letzten Jahr verstorbenen reichen 5 :er, Dr. Riebeck, ausgerüstet, vw... 2 unter ıer Leitung. des Anthropc ogen Fri. drich Mook (im Jordan ertrunken) und eines gewissen Manthey Ägypten und in Schweinfurths Begleitung die arabische Wüste sowie die Insel Sokotora. Auf der letztern blieb (ie Expedition etwa vier Wochen und machte in dieser Zeit besonders in den Haghierbergen reiche zoologische und botanische Sammlungen. Rif nennt man die erste der parallelen Zonen, in welche das Atlasland zerfällt. Das Rif ist ein nur ausnahmsweise anbaufähiger Küstene2 “ dasselbe folgen die wasser-Schotts nd des Tell des Grossen Atlas un« schliesslich die Sahara mit einzelnen Oasen. Roudaire, Frangois Elie, geboren 6. August 1836 zu Gueret (Departement (reuse), machte den Krieg 1870/71 mit und wurde bei Wörth verwundet. Mit Triangulierungen in Südalgerien beschäftigt, publizierte er 1874 in der „Revue des Deux Mondes“ einen Aufsatz. „Une mer interieure en Afrique* über die Möglichkeit, die Sahara unter Wasser zu setzen. 1874—75 explorierte er die Schotts von Algerien, 1876 die von Tunesien; 187879 machıs er Sondierungen auf dem Isthmus, der die Schotts vom Mittelmeer trennt, und nach wie vor plaidiert er für Inundation der Schotts, trotzdem die Möglichkeit derselben von anderer Seite (Antinori, Stache, Cosson etc.) in Abrede gestellt wurde. Ausführlicher Bericht über seine letzte Expedition nach den Schotts in „Archives des missions seientifiques ete.“ (1881, Bd. 7 Bamanı Fluss in Ostafrika; bildet jetzt in seinem ganzen Laufe die Südgrenze der Besitzungen der deutschen ostafrikanischen Gesellschaft. Salga, wichtiger Handelsplatz im Aschantilande. Haupteinkaufsplatz für Gurunüsse. Sambos, Landschaft in Benguela, zum Distrikt Hambo gehörig. San Bartolomeo, auch Fifth River, in der Biafra-Bai Barkinalandln Fluss. Sangareh, Fluss, der an der Küste im Süden des Gambia, zwischen dem Pongo und Mallecory mündet. Sawahil heisst die ostafrikanische Küste von Brawa bis Sansibar; der nördlicher gelegene Küstenstrich bis Makdischu heisst Bahr el Benadir, Land der Häfen, der südliche bis zum Rufidschi Mrima, d.i. Hügelland. Santa Barbara, Fluss, der in der Biafra-Bai mündet; auch Four th River. Sofala-Bank Sul: Paracels, von den Bagarudo-Inseln bis zu den Ilhas Primeiras. Sokna, Ortschaftnördlichv.Mursuk. Suf, algerische Oase, welche von den Karawanen aus dem Sudan berührt wird. Suk-Arras, Marktplatz in Algerien, landeinwärts von Bona, viel von Tunesen besucht. Tahasi, Dorf im Togoland. Tdeba, Gebiet und Volk im Westen des Hererolandes. Tegulet, die ehemalige Hauptstadt von Schoa (Abessinien), ca. eine Tagereise nordwestlich von Ankober; heute nur noch ein armseliges Dorf. Telde, kleine Stadt auf der kanarischen Insel Gran Canaria, im Süden unfern der Ostküste gelegen. Telissark, Thal im westlichen Fessan (Barth). Temba Aluma, Ort im Majakka-Reiche, in der Nähe des letzten Kataraktes des Quango (ca. 80% s. Br.). Tembaro, s. Gurague. Tendelti, s. v. w. Fascher. Tenne, s. v. w. Faleme. Termajok, ein Distrikt der Langoländer (s. Lango). Tetawin, s. Tetuan. Schramm, Leipzig,