Zwergvölker ist die Kollektivbezeichnung für eine Reihe von Völkern, die, im Innern Afrikas lebend, durch den auffallend kleinen Wuchs und die abweichende Hautfarbe von ihren Nachbarn sich unterscheiden. Schon Homer weiß von dem Volke der Pygmäen (s. d.), deren Land spätere Schriftsteller in das Innere von Afrika, an die Quellen des Nils verlegen. Erst die Entdeckungen der neuesten Zeit haben über das sagenhafte Volk der Pygmäen Licht verbreitet und den histor. Kern der betreffenden Nachrichten bloßgelegt. Durch Schweinfurth und andere Reisende ist man mit dem Volke der Akka (s. d.), im Südwesten der Monbuttu, bekannt geworden, das durch eine Menge körperlicher Eigentümlichkeiten, namentlich aber die kleine Statur etwa 1½2 m) und den mehr hellen, rötlichen Ton in der Hautfarbe, von seinen Nachbarn sich unterscheidet. Schon vorher war du Chaillu im Lande der Aschon go mit den Obongo zusammengetroffen, wo im 17.Jahrh. ein Reisender die Dongo gefunden hatte, deren Schilderung mit jener der Akka übereinstimmt. Portug. Nachrichten aus dem 17. Jahrh. sprechen von einem Zwergvolke Innerafrikas, Namens Baka-Baka, was wohl nichts anderes als der mit dem Bantu-Präfixe B versehene Name des Aklavolks sein mag. Koelle erfuhr in Sierra Leone von mehrern Z. im Innern, worunter er die Kenkob und Betsan namentlich aufführt. Der letzte Name ist insofern merkwürdig, als er an den Namen der Buschmänner (Saan) in Südafrika erinnert. Da auch an sonstigen Üübereinstimmungen, namentlich der kleinen Statur und der lichten Hautfarbe, auf eine Verwandtschaft der innerafrikanischen Z. mit den Buschmännern geschlossen werden kann, so wäre das Rätsel der Z. damit aufgeklärt und dieselben als die Überreste der ehemals weit nach Norden reichenden, gegenwärtig aber durch die Bantu auf die Südspitze Afrikas beschränkten Hottentottenrasse zu betrachten. Aus diesem Zusammenhange der afrikanischen Z. mit den Buschmännern Südafrikas mag sich die in neuerer Zeit von mehrern Gelehrten (Bleek, Lepsius u. a.) ausgesprochene Verwandtschaft der Hottentotten mit den Agyytern erklären, welche Ansicht auf den Missionar Moffat zurückzuführen ist, der wiederum durch die Nachrichten eines Arabers zu derselben veranlaßt wurde. Dieser hatte in Kairo Sklaven aus dem Innern Afrikas gesehen, welche den Hottentotten ähnlich gewesen und ein an die hottentottische Sprache erinnerndes Idiom gesprochen haben sollen. Da auch die Doko im südl. Kaffa (in Abessinien) von mehrern Reisenden als ein Zwergvolk dargestellt werden, 10 ist es nicht unwahrscheinlich, daß einige nach Agypten gebrachte ernrtenel den betreffenden Araber zu der oben angeführten Ansicht verleitet haben mochten, die durch Moffat und den Missionar Appleyard vorgetragen zu der Bleek-Lepsiusschen Hypothese den Grund legte. Iidergwört s. unter Finnfische. wergwirtschaft nennt man den Landwirtschaftsbetrieb auf einer sehr kleinen Fläche, sodaß ine Familie durch denselben nur den notdürftigsten Lebensunterhalt oder selbst nicht einmal diesen gewinnt und im letztern Falle noch Nebenerwerb suchen muß. Die Z. kann sowohl bei Pächtern als bei kleinen Grundbesitzern vorkommen. Die Pachtzwergwirtschaft entsteht namentlich dann, wenn in einem Lande, dessen Grundbesitzer in den Städten oder auswärts wohnen, landwirtschaftliche Unternehmer mit einem für einen rationellen größern Betrieb ausreichenden Kapital nicht vorhanden sind. Daß bei überwiegender Z. die Landwirtschaft in den schlimmsten Verfall geraten muß, ergibt sich schon daraus, daß in der Z. kein Pferd und häufig nicht einmal eine Kuh gehalten werden kann, daß keine Maschinen und keine rationellen Betriebsmethoden in ihr Verwendung finden können und Meliorationen laum möglich sind. Etwas anderes als die eigentliche Z. ist natürlich die Bebauung eines kleinen Grundstücks, mag es Eigentum oder in Pacht genommen sein, als Nebenbeschäftigung solcher Personen, deren Hauptverdienst aus einer andern Quelle stammt. Hierher gehört auch die Überweisung kleiner Parzellen an landliche Arbeiter, die man in England Allotmentsystem nennt. In Deutschland ist die Z. besonders im Südwesten verbreitet, wo sie hauptsächlich von kleinen Eigentümern betrieben wird. In Württemberg kommen auf Wirtschaften mit weniger als 1½ ha 46 ½ Proz. der Gesamtzahl, jedoch nur 7½ Proz. des landwirtschaftlichen Areals. In Baden gehören in die Klasse von O bis 1,8 ha 47,4 Proz. der fämtlichen Wirtschaften und 10,7 Proz. des landwirtschaftlichen Bodens. Die Zwergpachtwirlschaft ist besonders in Irland ausgebildet, wo die Pachtungen unter 5 Acres (etwa 2 ha) 20 Proz. und die unter 15 Acres (6 ha) 49 Proz. der Gesamtzahl ausmachen. hauptmannschaft, an der Kamp, in einer schönen Gegend des sog. Waldviertels, ist Sitz eines Bezirksgerichts, hat noch Reste der alten Mauern und einen alten Rathausturm, ein Krankenhaus, eine Bürgerschule, ein Spital und zwei Armenhäuser und zählt (1880) 2990 E., welche meist Ackerbau treiben. Der nahe Edelhof hat eine Ackerbauschule. Unweit liegt die 1138 gestiftete Cistercienserabtei Z. mit spätgot. Kirche und schönen Gemälden von Altomonte u. a.