FeedArak oder Arrak
Sitten & ModeAppetit-Lexikon 1894

Arak oder Arrak, ostindischer Branntwein, der in Siam und auf Java aus Reis, auf Ceylon aus den Blüten der Cocospalme, an der Küste von Malabar aus dem Zuckerrohr gewonnen wird und in Europa weniger als Schnaps, denn als Hauptbestandtheil der Punschessenz (des sogenannten „schwedischen Punsches“) eine Rolle spielt. Der sogenannte „Küstenarak“ (von Goa, Cheribon, Indramayo etc.) ist nicht selten mit Hanf- oder Stechapfeldecoct versetzt und deshalb mit Mißtrauen zu betrachten, der Arak unserer heimischen „Destillen“ und „Branntweinklappen“ dagegen besteht in der Regel aus einer harmlosen Abkochung von Johannisbrot mit Theeaufguß und Spiritus und kann daher höchstens dem Geldbeutel des Trinkers verderblich werden. In Deutschland und Oesterreich zieht man den wasserhellen (durch Knochenkohle filtrirten) Arak von Batavia dem gelblichen, etwas * schwächern Arak von Goa vor, der dagegen in England die Oberhand behauptet.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 17Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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