Rum ist westindischer Branntwein, der vornehmlich auf Jamaica, Cuba und den Inseln unter dem Wind, aber auch in Guyana, Brasilien, auf Madagascar, Mauritius und in Ostindien aus der Melasse des Zuckerrohrsafts bereitet wird, indem man die Melasse, mit Wasser verdünnt und mit „Dunder“ (dem Destillationsrückstand früherer Rumbereitungen) versetzt, der Gährung überläßt und dann destillirt. Des feinern Aroma's wegen fügt man auch hin und wieder Kräuter hinzu oder destillirt guten Rum zum zweiten Male über dergleichen Kräuter, um den besonders kräftigen Bay-Rum zu gewinnen, während der minderwerthige Neger-Rum nur aus Zuckerabfällen erzeugt wird. Die edelste Sorte ist der Jamaica-Rum mit 70—777% Alkoholgehalt; er erscheint frisch vollkommen farblos, nimmt aber im Fasse gleich dem Cognac ein gelbliches Aussehn an und wird überdies mit Caramel nachgefärbt. Wohl dem, der eine Flasche wirklichen und wahren Jamaica-Rums sein eigen nennt, denn die 1000 1200 hl Rum, die Wien alljährlich consumirt, sind zum weitaus größten Theile Imitationen, sogenannter Fagon-Rum, der aus Weingeist und Wasser zusammengemischt und mit Rumessenzen oder Rumäther arromatisirt wird. Der Rum war zwar schon in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts auf dem europäischen Continent bekannt, fand aber erst seit etwa 1815 wirklich Eingang und wurde erst von 1830 ab Volksgetränk. Seine Einführung ist den Engländern zu verdanken, die ihn noch heute über den Cognae schätzen.