FeedDanziger Aquavit
Handwerk & GewerbeAppetit-Lexikon 1894

Danziger Aquavit, früher auch Danziger Lachsbranntwein (nach dem Schilde der vorzüglichsten Brennerei) oder Danziger Mennonistenwasser (weil zumeist von Mennoniten hergestellt), treffliche Kräuterbranntweine und Liqueure aus der Stadt Danzig, die im vorigen Jahrhundert im höchsten Ansehen standen und in alle Welt verführt wurden und sich noch heute eines guten Rufes erfreuen. Es gab und gibt davon verschiedene Sorten (Luftwasser, Magenwasser, Ratafia, Caneel, Kümmel, Ingwer, Persieo re.), von denen allen das Goldwasser (über Rosenblätter, Zimmt und Cardamomen destillirt, dann mit Zucker und auch mit einigen Partikeln wirklichen Blattgoldes versetzt) die bekannteste, die berühmteste aber unstreitig der edle ECrambambuli ist, den Erescentius Koromandel mit völliger Hingabe an den Stoff so wunderbar besungen hat, daß diesem Schnapsliede an Popularität kein einziges unserer zahllosen Weinlieder gleichkommt. Der gute Ruf der Danziger Aquavite hat sogar in Frankreich einen Widerhall gefunden, und schon seit Jahren bringen bedeutende französische Liqueurfirmen (Brizard & Roger in Bordeaux u. a.) unter der Bezeichnung Eau de vie de Danzig verschiedene Fabricate auf den Markt, die zum Theil wenigstens dem echten Danziger in keiner Hinsicht nachstehen.

Appetit-Lexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch über alle Speisen und GetränkeHrsg. von Robert Habs und Leopold Rosner, 2. Aufl., Wien: Gerold 1894 · Bd. 1, S. 127Scan: Wienbibliothek im Rathaus · gemeinfrei

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